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Schwindende Pracht:  Was tun bei Haarausfall?

Abgesehen von wirklichen Krankheiten ist es für viele Menschen die wohl am meisten gefürchtete Diagnose, die ihnen gestellt werden kann: Haarausfall. Zwar ist der Handlungsspielraum begrenzt – stumm dabei zusehen, wie es auf dem Kopf immer lichter wird, muss man glücklicherweise aber auch nicht mehr.

 

Jeden Tag verlieren wir gut einhundert Haare. Meist nehmen wir diesen Schwund kaum wahr, da die ausgefallenen Haare schnell ersetzt werden. Anders ist es bei einem vermehrten Haarausfall, in dessen Folge sich lichte Stellen bilden oder ganze Areale allmählich kahl werden.

 

Die Gründe für einen solch gesteigerten Haarverlust sind sehr unterschiedlich. Manche Menschen leiden beispielsweise an einem Nährstoffmangel, bei anderen hat der Haarausfall hormonelle Gründe. Insbesondere Männer haben häufig auch mit genetisch bedingtem Haarausfall, der sogenannten androgenetischen Alopezie, zu kämpfen.

 

Die meisten Präparate können ihr Versprechen nicht einhalten

Wer nun haareraufend nach Mitteln und Wegen sucht, um den Verlust der Haarpracht zu verhindern, stößt unweigerlich auch auf unseriöse Angebote. Da werden allerlei Haarwässer, Schäume und Shampoos, Vitamintabletten, Kräuter- und Koffeinpräparate oder gar Therapien mithilfe von Lasern angepriesen – ohne dass deren Nutzen wissenschaftlich bewiesen wäre.

Tatsächlich gibt es einen solchen Nachweis nur für drei Arten der Behandlung, wobei es sich bei zwei davon um Medikamente und bei der dritten um eine Operation handelt.

 

Vom unerwarteten Nutzen eines Blutdruckmedikaments

Der Wirkstoff Minoxidil wurde ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck entwickelt. Doch schon bald nach der Einnahme klagten Betroffene, darunter auch etliche Frauen, über einen verstärkten Haarwuchs am ganzen Körper. Was für die Betroffenen ein Schreck war, kam der Forschung sehr gelegen.

Schon bald produzierte man spezielle Lösungen, die Minoxidil enthielten und auf die Kopfhaut aufgetragen werden konnten, um dort lokal für ein verstärktes Haarwachstum zu sorgen. Zu viel sollte man aber nicht erwarten: Zwar kann sich vorhandener Flaum allmählich wieder verdicken, bereits verloren gegangene Haare gewinnt man aber nicht zurück.

 

Gegen Prostatavergrößerung,  aber für dickere Haare

Einen gewissen Nutzen hat auch Finasterid. Im Gegensatz zu den apothekenpflichtigen Lösungen mit Minoxidil sind diese Tabletten jedoch rezeptpflichtig. Und das hat einen guten Grund: Zwar soll die Dichte der Behaarung bei regelmäßiger Einnahme deutlich zunehmen. Dafür treten aber häufig Nebenwirkungen wie gebremste Lust auf Sex und Erektionsprobleme auf. Der Grund: Finasterid hemmt die Umwandlung von Testosteron in das potentere Dihydrotestosteron, das für schwindende Kopfbehaarung verantwortlich ist  – aber eben auch entscheidenden Einfluss auf unser Sexualleben hat.

 

Blutig, aber nachhaltig

Eine weitere Möglichkeit, wieder das Privileg voller Haare zu genießen, ist die Haartransplantation. Dabei wird entweder ein Hautstreifen vom Hinterkopf entnommen und die darauf befindlichen Haare werden an die gewünschten Stellen verpflanzt.

Oder es werden gleich einzelne sogenannte follikuläre Einheiten verpflanzt. Vor allem bei stark fortgeschrittenem Haarausfall ist das Ergebnis einer solchen Transplantation meist beachtlich.

Der Preis ist es allerdings auch: Zwischen 3.000 und 8.000 Euro muss man für solch aufgestocktes Haupthaar berappen.

 

 

 

 

 

 

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