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Neurodermitis

Aufklärung, Therapie, Gemeinschaft

 

Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, gilt deutschlandweit als eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Trotzdem wissen viele Menschen, die nicht direkt betroffen oder Erkrankte im Bekanntenkreis haben, oft nicht, was Neurodermitis für das alltägliche Leben bedeutet. Um das zu ändern, fand auch dieses Jahr am 14. September wieder der Welt-Neurodermitis-Tag statt.

 

Wer an Neurodermitis erkrankt ist, leidet unter sehr trockenen, häufig entzündeten Hautstellen. Dazu gesellt sich meist noch ein starker Juckreiz, der in Schüben auftritt und zum Kratzen nötigt – wodurch die ohnehin schon strapazierte Haut weiter geschädigt wird und sich blutige Krusten und nässende Wunden bilden können. Außerdem sind durch diesen Juckreiz die Konzentrationsfähigkeit und die Schlafqualität massiv beeinträchtigt.

Zu diesen körperlichen Beschwerden kommen dann noch die gesellschaftlichen Auswirkungen, denn Neurodermitis ist eine sehr sichtbare Erkrankung. Nicht selten leiden Betroffene unter der Stigmatisierung fast ebenso sehr wie unter den körperlichen Symptomen. Generell muss man aber auch sagen, dass Verlauf, Ausprägung und der Umgang mit der Erkrankung individuell sehr verschieden sein können.

 

Besonders hart trifft es häufig die Kinder

Die Ursache der Erkrankung ist bisher nicht eindeutig geklärt. Neurodermitis kann Menschen jeden Alters treffen, am häufigsten jedoch Kinder und Jugendliche. Zwischen 13 und 15 % aller Kinder hierzulande leiden an dieser chronisch-entzündlichen Hauterkrankung. Bei den Erwachsenen sind es noch rund 3 %Dieser Unterscheid ergibt sich vor allem daraus, dass eine Neurodermitis im Kindheitsalter häufig ausheilt. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Leidensdruck jedoch besonders hoch. Zum einen sind die Kinder aufgrund des Schlafmangels häufig erschöpft, zum anderen erfahren sie die gesellschaftlichen Auswirkungen meist sehr bewusst und drastisch: Obwohl Neurodermitis nicht ansteckend ist, werden sie viel zu oft ausgegrenzt oder gemieden – und das leider auch von Erwachsenen!

 

Neue Forschungsergebnisse geben Anlass zu Optimismus

Lange Zeit trat die Forschung in Sachen Neurodermitis auf der Stelle. Über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten wurden nahezu keine neuen Medikamente entwickelt. Für Betroffene war dieser Zustand nur schwer erträglich. Doch mittlerweile kann man Licht am Ende des Tunnels sehen: Aufgrund wichtiger Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung konnten neue Therapien entwickelt werden, die bereits zugelassen sind oder wohl zumindest innerhalb der nächsten Jahre verfügbar sein werden. Auch um Betroffene, Angehörige und nicht zuletzt die Ärzteschaft über solche Fortschritte im Kampf gegen Neurodermitis zu informieren, wurde 2018 der Welt-Neurodermitis-Tag eingeführt.

 

 

 

 

 

 

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