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Inkontinenz ist kein Hinderungsgrund für schöne Ausflüge

Noch hat sich das Alltagsleben nicht vollkommen normalisiert. Dennoch können jetzt wieder Urlaube und Reisen geplant und unternommen werden. Auch Menschen mit Inkontinenz müssen nicht auf schöne Ausflüge verzichten.

 

Unter Inkontinenz leiden Männer und Frauen. Bei Frauen tritt sie früher auf und sie sind zunächst häufiger betroffen, doch holen Männer mit zunehmendem Alter auf und die Zahlen gleichen sich an. Frauen leiden häufiger unter Belastungsinkontinenz, Männer eher unter Dranginkontinenz. Weil sie im Notfall schnellstmöglich eine Toilette brauchen, schränken viele Betroffene ihren Aktionsradius und ihre sozialen Kontakte ein und haben große Bedenken, in Urlaub zu fahren. Das muss nicht sein.

 

Klären Sie zunächst folgende Punkte:

  • Wie oft müssen Sie zur Toilette?
  • Wie viele Hilfsmittel benötigen Sie pro Tag oder Woche?
  • Mit welchem Transportmittel lässt sich das unter einen Hut bringen?

 

Passende Routen fahren

Wer einen Camper mit eigener Toilette besitzt, ist am besten dran. Die Toilette ist stets beruhigend nah und stets im gewünschten Zustand. Doch auch mit einem normalen Pkw sind Organisation und Reise gut und einfach zu bewältigen. Es können jederzeit individuelle Stopps eingelegt werden, jede Tankstelle hat eine Toilette. Es gibt Straßenkarten mit eingezeichneten Toiletten oder Apps, die bei einem Städtebesuch die nächstgelegene Toilette finden. Das eigene Fahrzeug bietet genügend Platz, um die notwendigen Hilfsmittel zu verstauen, von Inkontinenzvorlagen, frischer Unterwäsche und feuchten Tüchern bis hin zu entsprechenden Abfallbehältern. Mit ins Gepäck gehören zudem die entsprechenden Medikamente, nicht nur gegen Blasenschwäche, sondern auch gegen Harnwegsinfekte und gegen Durchfall. Vor einer Reise ins Ausland sollte man sich informieren, wo dort die entsprechenden Hilfsmittel verkauft werden, wie die Apothekensituation aussieht und wie es sich mit den lokalen Hygienestandards verhält. Praktisch, falls der eingepackte Vorrat doch nicht reicht, ist ein Vokabelverzeichnis in der Landessprache für dringend benötigte Hilfsmittel.

 

Entspannt zurücklehnen

Reisen mit Bus, Bahn oder Flugzeug bieten ebenfalls den Vorteil von Bord-WCs. Ein Sitzplatz am Gang sorgt für schnelle Erreichbarkeit. Allerdings können diese Toiletten auch mal besetzt sein, wenn sie gerade dringend gebraucht würden, und sie entsprechen nach einer gewissen Reisedauer oft nicht mehr den persönlichen Sauberkeitsvorstellungen.

 

Trotzdem sollten Sie auf keinen Fall vor oder auf einer Reise zu wenig trinken, um sich Toilettenbesuche zu ersparen. Das kann sich gerade im Sommer fatal auf den Kreislauf auswirken oder zu Blasenentzündungen führen. Auf den täglichen Kaffee, koffeinhaltige Getränke und Alkohol sollten Sie verzichten, das kann die Blase anregen.

 

Nicht verzichten sollten Sie dagegen auf regelmäßiges Beckenbodentraining, das die Muskulatur stärkt und damit die Toilettengänge reduzieren kann. Das gilt für Männer und Frauen, denn jeder Mensch hat einen Beckenboden. Bis sich erste Erfolge zeigen, ist allerdings etwas Geduld angesagt.

 

 

 

 

 

 

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