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Onkologische Schmerztherapie

oder „Schmerzen bei Krebs wirksam beherrschen“

 

Die Behandlung von Krebs kann langwierig und kompliziert sein. Das bedeutet für manche Patienten und ihre Angehörigen nur noch: „Augen zu und durch!“ Doch selbst wenn mit der Erkrankung und Therapie so manche Widrigkeiten einfach mal durchgestanden werden müssen, sollte ein Problem definitiv nicht erschwerend dazu kommen: unkontrollierbare SCHMERZEN.

 

Zwar leiden nicht alle Krebspatienten an Schmerzen, doch sind diese auch keine Seltenheit: So löst bereits die eigentliche Krebstherapie Schmerzen aus, zum Beispiel durch das Einspritzen von Chemotherapeutika in Gefäße mit daraus folgenden Schäden oder durch strahlenbedingte Schleimhautentzündungen im Mund- und Darmbereich. Auch der Tumor selbst kann durch sein Wachstum Schmerzen an Nerven und Organen auslösen, die schwer abzuschätzen sind und in ihrer Intensität stark schwanken können. Die Schmerzbehandlung sollte in allen Phasen der Tumorerkrankung stets ein integraler Bestandteil der onkologischen Therapie sein.

 

Medikamente sind Teil nahezu jeder Schmerztherapie

Grundlage der Schmerztherapie sind schmerzstillende Medikamente – die Analgetika, die in drei Stufen analog den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO eingesetzt werden. Der Einsatz wird dabei stets mit den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen abgestimmt. Zum Beispiel  können Begleiterkrankungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sowie Begleiterkrankungen von Leber und Niere und das Alter eine exakte Feinabstimmung der Analgetika erforderlich machen. Selbst der seelische Gemütszustand, manche soziale Umstände und/oder auch persönliche Bedürfnisse können die Wahl der Schmerztherapie beeinflussen.

 

Kausal und symptomatisch sinnvoll

Die zwei grundsätzlichen Ansätze der Schmerztherapie sind kausaler und symptomatischer Natur: Beim kausalen Ansatz ist die Beseitigung der eigentlichen Schmerzursache(n) das Ziel; abhängig von der Tumorart, Lokalisation und dem Tumorstadium ist der Erfolg wechselnd. Die durch Operation, Chemotherapie und Bestrahlung erzielbare Tumorverkleinerung bewirkt oft auch eine Verringerung der tumorbedingten Schmerzen. Da dieser Vorgang aber oft längere Zeit benötigt, sind zur Überbrückung noch vorhandener Schmerzen vorübergehend orale, intrakutane oder intravenöse Medikamente parallel als symptomatische Schmerztherapie sinnvoll.

 

Schmerztherapie fußt auf mehreren Säulen

Die Schmerztherapie bei Krebsleiden baut auf vier Säulen auf:

➊ Die medikamentöse Therapie erfolgt abhängig von Art und Schwere der Symptome mit einfachen Analgetika wie Paracetamol oder mit Semi-Opiaten oder verschiedenen opiathaltigen Medikamenten in drei Stufen.

➋ Dazu kommt bei Bedarf die lokale Behandlung (Bestrahlung, Operation oder lokales Anästhetikum).

➌ Komplementäre Verfahren, die auch eingesetzt werden können, sind Massagen, manuelle Therapie, Bäder und Akupunktur.

➍ Psychosoziale und psychotherapeutische Angebote sowie Entspannungstraining, Hypnose und andere sogenannte „sanfte Therapieansätze“ runden die Möglichkeiten bei der „onkologischen Schmerztherapie“ ab.

 

Schmerzen – Nicht ertragen, sondern Behandeln

Die kurze Übersicht deutet nur an, welche Möglichkeiten der Schmerztherapie bei Krebsleiden bestehen. Viele Aspekte aus der Sicht von Betroffenen oder Angehörigen sollten in jedem Fall im offenen Gespräch mit den behandelnden Ärzt*Innen angesprochen und vollumfänglich beraten werden: SCHMERZEN – egal ob durch den Krebs oder andere Erkrankungen oder die Therapie selbst hervorgerufen – sind nicht still zu ertragen, sondern umgehend wirksam zu behandeln !

 

 

 

 

 

 

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