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Zahnimplantate:

Alles für eine gute Verankerung!

Wenn’s um Zahnersatz geht, setzen viele Menschen auf besseren Tragekomfort durch ein Implantat. Dafür braucht es vor allem Geduld und einen ausreichend gesunden Kieferknochen.

 

Zahnimplantate sind wie künstliche Zahnwurzeln, informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Wegen ihres Aussehens werden sie gerne mit Dübeln verglichen, die von Handwerkern benutzt werden. Ähnlich dem Dübel in der Wand wird ein Implantat in einem Kieferknochen verankert. Und so wie an dem Dübel in der Wand eine Schraube befestigt wird, die wiederum einen Garderobenhaken, ein Wandbrett oder was auch immer trägt, befestigt man am Implantat einen Pfosten bzw. ein Halsteil. Dieses Teil trägt schließlich die Zahnkron, die ohne Implantat keinerlei Halt hätte.

 

So weit, so simpel

Anders als ein Dübel in der Wand muss ein Implantat allerdings von lebendem Gewebe auf- und angenommen werden, nämlich vom Kieferknochen. Es muss einwachsen und – Monate später – den Kaubelastungen dauerhaft standhalten. Dazu muss das Implantat zum einen felsenfest im Knochen verankert sein, zum anderen darf es keine Abwehrreaktionen gegen die künstliche Zahnwurzel hervorrufen.  Die sogenannte Einheilzeit, die dafür nötig ist, liegt zwischen drei und acht Monaten. Als Implantatmaterial hat sich Titan aufgrund seiner körperverträglichen (biokompatiblen) Eigenschaften und seiner Belastbarkeit bewährt.

Die Halsteile von Implantaten sind besonders glatt, damit sich die Mundschleimhaut möglichst dicht an sie anlagern kann. Nur so lässt sich verhindern, dass Bakterien aus der Mundhöhle in den Kieferknochen gelangen und dort eine Entzündung um das Implantat auslösen. Zudem erleichtert eine glatte Oberfläche die Reinigung, was ebenfalls die Bakterienzahl senkt. Schließlich wird auf diese Konstruktion die Zahnkrone aufgeschraubt oder aufzementiert.

 

 

Manchmal muss der Knochen aufgebaut werden

Implantate werden dort eingesetzt, wo sie benötigt werden, um einen möglichst natürlichen Zahnersatz zu tragen, auch und besonders im gut sichtbaren Bereich der Vorderzähne.

Damit sie fest und entzündungsfrei sitzen, bedarf es allerdings eines belastbaren Kieferknochens – und hier gibt es oftmals Probleme. So kann alters- und auch krankheitsbedingter Knochenschwund und erst recht Osteoporose auch die Knochendichte des Kieferknochens senken. Zudem ändert sich durch Zahnverlust oder auch manche Zahnprothesen oft das Kauverhalten, sodass der Kieferknochen stellenweise nicht oder falsch belastet wird und sich in der Folge zurückbildet. Auch Entzündungen können auf den Knochen übergehen und ihn stark belasten.

Um den Kieferknochen für den Einsatz eines Implantates fit zu machen oder auch nach dem Einsatz fit zu halten, setzen Zahnärzte auf verschiedene Möglichkeiten, den Knochen aufzubauen. So bilden Knochenersatzmittel ein Gerüst für Knochenzellen, die mit der Zeit einen neuen Knochen bilden sollen. Tierisches oder pflanzliches Gewebe, etwa aus Rinderknochen, enthält eine aufbaufördernde Substanz, die auch im humanen Körper vorkommt. Auch der Einsatz von – fremder oder eigener – Knochensubstanz ist prinzipiell möglich. Schließlich arbeiten Wissenschaftler daran, das für den Knochenaufbau wichtige Protein BMP2 künstlich herzustellen und zu nutzen.

 

 

 

 

 

 

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