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Warum immer so müde?

Kennen Sie das – die Sonne lacht, rundherum ist es quicklebendig und wir sollten nun ebenfalls energiegeladen durchstarten. Doch stattdessen fühlt sich der Alltag zäh an. Wir kommen kaum aus den Federn, gähnen uns durch den Tag und sind schlapp, müde und gereizt. Der Kreislauf spielt verrückt und der Kopf schmerzt. Treten solche Symptome im Frühling auf, ist die Diagnose schnell gestellt – Frühjahrsmüdigkeit.

 

Doch ist das immer richtig?

So wie die Natur im Frühling erwacht ist, muss sich auch der Organismus langsam auf die Jahreszeiten einstellen. Während manche Menschen unter dem Winterblues leiden, leiden andere unter der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit. Auch hier ist das Schlafhormon Melatonin beteiligt, dessen Konzentration nach der dunklen Jahreszeit noch erhöht im Blut vorkommt und damit zur Müdigkeit beiträgt. Hinzu kommen steigende Temperaturen, in deren Folge die Blutgefäße weiter werden. Dadurch sinkt der Blutdruck, wir fühlen uns schlapp und müde. Menschen mit einem ohnehin niedrigen Blutdruck haben sind deshalb häufiger frühjahrsmüde. Treten Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Erschöpfung im Frühling auf, liegt die Vermutung also nahe, dass die Jahreszeit verantwortlich ist. Aber es gibt auch andere Ursachen für die fatale Tagesmüdigkeit.

 

Schlechter Schlaf ist ein Energieräuber

In der Jugend lässt sich manches wegstecken, doch irgendwann reicht schon eine durchwachte Nacht aus, um sich am nächsten Tag wie gerädert zu fühlen. Treten Schlafprobleme oft und regelmäßig auf, fehlt dem Körper die nächtliche Regenerationsphase. Das führt zu zunehmender Erschöpfung. Einer der schlimmsten Schlafräuber ist das Schnarchen – für die Betroffenen ebenso wie für ihre Partner. Schnarchen gehört mittlerweile zu den Volkskrankheiten und nimmt mit fortschreitendem Lebensalter zu. Ab dem 65. Lebensjahr werden etwa 40 bis 50% der Menschen zu Schnarchenden. Bedenklich wird es, wenn Schnarchen mit Apnoen einhergeht.

 

Gefährliche Aussetzer

Dann kann starkes Schnarchen pro Schlafstunde mehr als zehnmal zu Atempausen führen, die mindestens zehn Sekunden andauern. In diesem Fall liegt eine Erkrankung vor, das sogenannte obstruktive Schlafapnoesyndrom, kurz OSAS. Vielen Betroffenen stockt der Atem sogar wesentlich öfter und sie atmen bis zu einer halben Minute lang nicht, im Extremfall kann der Atemstillstand bis zu drei Minuten dauern. Apnoen führen dazu, dass dem Gehirn Sauerstoff fehlt. Denn wenn der Atem aussetzt, stockt die Luftzufuhr.

 

In den Atempausen muss dann das Herz einspringen und stärker pumpen, um den Mangel auszugleichen. Diese Belastung des Körpermotors kann Herzerkrankungen wie beispielsweise Rhythmusstörungen nach sich ziehen oder das Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfall und Depressionen steigern. Besonders gefährlich ist die Neigung der Apnoeiker zum Sekundenschlaf, was ihr Unfallrisiko enorm steigert. Unbehandelt sind sie eine Gefahr für sich und andere.

 

Apnoen verhindern einen erholsamen Schlaf und sind ein Gesundheitsrisiko. Betroffene fühlen sich tagsüber müde und schlapp. Die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit könnte also auch andere Ursachen haben, denen man auf den Grund gehen sollte.

 

 

 

 

 

 

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