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Infektiosität: Prävention durch Mundhygiene?

Die Gesundheit im Mund-Rachen-Bereich kann in mancherlei Hinsicht als ein Spiegel der allgemeinen Gesundheit angesehen werden. Schließlich nehmen viele Beschwerden hier ihren Anfang oder schlagen sich in diesem Bereich nieder. So kann eine richtige Mundhygiene sogar dazu beitragen, die Infektiosität mancher Krankheitserreger zu verringern.

 

Wohl seit Anbeginn unserer Geschichte betreiben wir Mundhygiene. Mittlerweile kauen wir aber nicht mehr auf Weidenstöckchen, sondern nutzen allerlei Werkzeuge und Mittel, um unseren Mund- und Rachenraum zu pflegen. Und heute wissen wir, dass eine sorgfältige Mundhygiene nicht nur Plaque und Karies vermeidet, sondern auch manche Risikofaktoren für Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen teilweise mindern kann.

 

Die Zahnbürste als Allrounder?

Den Löwenanteil der Mundhygiene übernimmt das Zähneputzen. Dabei werden die Zahnoberflächen mit der Bürste und die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten gereinigt. Insbesondere Ablagerungen lassen sich so gut beseitigen. Allerdings erreicht die Zahnbürste nicht den gesamten Mundraum. Bakterien und andere Krankheitserreger können sich selbst trotz regelmäßigen Putzens in schwer zugänglichen Regionen des Mund-Rachen-Raums festsetzen und Beschwerden verursachen. Das lässt sich beispielhaft an der Zunge erklären: Selbst bei Menschen, die regelmäßig die Zähne putzen, können sich auf der rauen Zunge Bakterien oder Pilze ansiedeln, die als weißgrauer Film sichtbar werden.

 

Mundspülung als wichtige Ergänzung der Mundhygiene

Eine geeignete Möglichkeit, einen Großteil des Mund-Rachen-Bereichs zu reinigen, sind Mundwasser bzw. medizinische Mundspüllösungen. Zwar ersetzen diese Mundspüllösungen nicht das Zähneputzen, als sinnvolle Ergänzung der Mund- und Zahnpflege sind sie aber bestens geeignet. Von einer täglichen Verwendung raten Experten jedoch ab. Schließlich befinden sich in unserem Mund auch nützliche Bakterien, die wir überhaupt nicht bekämpfen müssen. Der Hygiene-Experte Klaus-Dieter Zastrow von der deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene rät daher, alle zwei bis drei Tage eine Spülung zu verwenden, da es es bei einem zu häufigen Einsatz zu Reizungen kommen kann.

 

Hilfe gegen Covid-19?

Seit einiger Zeit wird geforscht, inwieweit sich die Infektiosität bestimmter Krankheitserreger durch den Einsatz von Mundspülungen verringern lässt. Aufgrund ihrer antiseptischen Eigenschaft sind die Mundspülungen während der Coronapandemie in den Fokus der wissenschaftlichen Forschungsgemeinschaft gerückt. Sie könnten dabei helfen, die Übertragung von SARS-CoV-2 einzudämmen. Wichtig hierbei ist die Tatsache, dass das Gurgeln nicht die eigentliche Virenproduktion in den Zellen hemmt, sondern die Viruslast kurzzeitig dort senken könnte, wo sie besonders hoch ist: im Mund-Rachen-Raum. Eine antivirale Wirkung wurde schon in präklinischen Studien nachgewiesen, sodass der nächste Schritt Wirksamkeitsstudien in Kliniken sein werden. In welchem Umfang sich die Ergebnisse dann auf den Alltag übertragen lassen, werden diese Studien zeigen. Aber vielleicht könnten Mundspülungen in Zukunft ein potenzielles Mittel sein, um eine Übertragung zu verhindern.

 

 

 

 

 

 

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