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Welche Schutzmaske kann was?

Erinnern Sie sich noch, wie man im Fernsehen Bilder aus Japan sah und sich über die Leute dort wunderte, die mit Atemschutzmasken über den Zebrastreifen liefen? Tja, wenn ein Kleidungsstück, wenn wir es denn so nennen wollen, in den vergangenen Monaten völlig gewöhnlich geworden ist, dann bestimmt die Maske. Dabei hat sich schon ganz zu Beginn, als professionelle Atemschutzmasken noch Mangelware waren, eine gewisse modische Vielfalt herausgebildet. Ob man dann noch den modischen Ritterschlag der Weihnachtsmaske mitgemacht hat, war jedem selbst überlassen. Mittlerweile stellt sich jedoch eine neue Frage: Sollten wir zugunsten des besseren Schutzes auf die Maske als modisches Accessoire verzichten?

 

Individuell, aber nur eingeschränkt sinnvoll

Selbstgemachte Masken gibt es in etlichen verschiedenen Farben und Formen. Auch das verwendete Material ist völlig uneinheitlich. Aus diesem Grund lässt sich nur schwer sagen, wie sinnvoll diese Masken im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus sind. Daher weist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte darauf hin, dass Träger von Behelfsmasken aus Stoff sich nicht darauf verlassen sollten, dass diese Masken sie auch tatsächlich schützen. Völlig unbrauchbar sind aber auch die Stoffmasken nicht, insbesondere wenn sie einige grundlegende Anforderungen erfüllen: So sollten Stoffmasken aus einem dicht gewebten und mehrlagigen Stoff bestehen, sich an die Kontur der Mund-Nasen-Partie anschmiegen und bei mindestens 60° waschbar sein. Wie dicht die Maske ist, lässt sich leicht herausfinden: Versuchen Sie, mit der Maske eine Kerze auszublasen. Gelingt das, ist sie ungeeignet.

 

Bei richtiger Benutzung brauchbar

Medizinische OP-Masken, gerne auch MNS für Mund-Nasen-Schutz abgekürzt, schützen vor allem die Menschen um den Träger herum. Denn die feine Struktur lässt kaum Tröpfchen hindurch. Wichtig ist, die Trageweise zu beachten. So gehört die blaue Seite nach außen, die weiße hingegen nach innen. Der Drahtbügel sollte dabei eng am Nasenrücken anliegen. Eigentlich sind OP-Masken zum einmaligen Gebrauch gedacht. Mittlerweile gibt es auch genügend davon, um sie tatsächlich nur einmal zu nutzen. Wer dennoch ressourcenschonender handeln möchte, kann die Maske nach dem Tragen auch sorgfältig trocknen und wiederverwenden. Allerdings warnen Wissenschaftler davor, dass eine gebrauchte OP-Maske mit verstopften Filtern unter Umständen sogar die Viruslast erhöhen kann, da die verstopfte Maske wie ein Trichter wirkt, durch den mehr Luft angezogen, aber nicht gefiltert wird.

 

Gerade für kritische Situationen geeignet

Sowohl für den Fremd- als auch für den Eigenschutz sind FFP2-Masken in der Regel mit Abstand am besten geeignet. Insbesondere Angehörige von Risikogruppen sollten daher auf diese Modelle zurückgreifen. Wer sichergehen möchte, auch wirklich eine zertifizierte Maske zu haben, kann die vierstellige Nummer unter dem CE-Prüfsiegel im Internet abfragen. Fälschungen haben meist entweder gar kein CE-Siegel oder eine falsche Nummer. Wie OP-Masken sind auch FFP2-Masken aber nicht für den Dauergebrauch gemacht. Sind sie durchnässt, sollte man sie wegschmeißen. Sind sie nach kürzerem Tragen nur etwas feucht, können sie sorgfältig getrocknet und danach noch einmal verwendet werden. Wer allerdings FFP2-Masken mit einem Ventil verwendet, erweist den Menschen in seiner Umgebung einen Bärendienst. Denn durch das Ventil können ausgeatmete Viren problemlos in die Umgebungsluft entweichen. So wird der Träger zwar geschützt, die Menschen in seiner Umgebung leider nicht.

 

 

 

 

 

 

 

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