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Home-Office: Wenn Sitzen zum Problem wird

Wahrscheinlich ist es noch zu früh, um vorauszusagen, wie sehr die Corona-Pandemie unseren Alltag auch langfristig verändern wird. Klar scheint aber jetzt schon, dass zumindest für Menschen, die im Büro tätig sind, einiges anders werden wird. Denn immer mehr Firmen und auch deren Mitarbeiter schätzen inzwischen die Arbeit von zu Hause aus. Viele Arbeitnehmer können so ihr berufliches und privates Leben besser miteinander vereinbaren, die Unternehmen sehen die Chance, teure Büromieten zu reduzieren, und in vielen Berufen hat das Home-Office sogar zu einer Steigerung der Produktivität geführt.

 

Allerdings hat natürlich auch diese neue Medaille zwei Seiten. Und das gilt nicht nur für die steuerliche Behandlung der neu entstandenen Arbeitsplätze in der eigenen Wohnung. Wenn es vom Bett bis hin zum oft provisorischen Schreibtisch nur noch wenige Schritte sind und der Weg zur Arbeit auch noch wegfällt, dann verstärkt das zusätzlich den Bewegungsmangel, unter dem vor allem „Büromenschen“ ohnehin schon leiden. Und falls dann noch aufgrund chronischen Platzmangels in den eigenen vier Wänden die ergonomisch gestaltete „Workstation“ im Büro durch die Essecke mit Küchenhocker ersetzt wird, dann sollte man sich schon Gedanken darüber machen, wie man dem allzu langen Hocken in einer vielleicht auch noch ungesunden Sitzposition entgegenwirken kann – möglichst noch bevor ein schmerzender Rücken oder schwere Beine dem Körper erste Warnsignale senden.

 

Bewegung statt Stillsitzen

Zu den schädlichsten Nebenwirkungen der Büroarbeit zählt dabei das stille Sitzen. Der menschliche Körper ist nicht dafür ausgelegt, ständig auf einem Stuhl zu „kleben“. Fehlt es an Sport oder mindestens regelmäßigen kleineren Bewegungseinheiten, kommen der Stoffwechsel und der Kreislauf nicht richtig in Gang. Im Extremfall können Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems oder Diabetes die Folge sein. Vielsitzer leiden auch deutlich häufiger unter Thrombosen als Menschen, die auf ausreichende Bewegung setzen. Bekannt ist dieser Effekt beispielsweise bei Interkontinentalflügen. Eine falsche Sitzposition während der Bildschirmarbeit kann schließlich zu Verspannungen der Schulter- und Nackenmuskulatur führen und entsprechende Schmerzen zur Folge haben.

 

Gegen viele dieser Nebenwirkungen der Schreibtischarbeit helfen moderne Bürostühle. Weil diese aber nicht nur teuer, sondern teilweise auch recht groß sind, lassen sie sich oft nicht in die eigene Wohnung integrieren.

 

Gut, dass jeder noch andere Möglichkeiten hat, sich trotz Home-Office fit zu halten. Experten empfehlen beispielsweise, häufiger die Sitzposition zu wechseln und durch kurze Bewegungseinheiten dem erzwungenen Sitzstillstand entgegenzuwirken. Hierbei hilft der Verzicht auf den Aufzug zugunsten der Treppe ebenso wie etwas schnellere Spaziergänge in der freien Natur, die mit richtiger Kleidung auch im Corona-Winter kein Problem sein sollten. Das Fachmagazin The Lancet machte eine einfache Rechnung auf: Durch nur eine Stunde Bewegung lassen sich die negativen Folgen eines achtstündigen Arbeitstages vor dem Computer deutlich kompensieren. Selbst eine halbe Stunde hilft schon. Auf geht’s!

 

 

 

 

 

 

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