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Warum Kinder in der kalten Jahreszeit schneller auskühlen als Erwachsene

Zarte Haut und großer Kopf!

Draußen ist es kalt, nass und düster? Da jagt man nicht einmal den sprichwörtlichen Hund vor die Tür? Na ja, den vielleicht nicht. Aber die lieben Kleinen. Denn denen tut frische Luft gut und sie können Pfützen, Schneeregen und anderen Wettererscheinungen meist auch dann noch etwas abgewinnen, wenn sich die Großen am liebsten hinterm Ofen verkriechen würden. Voraussetzung ist allerdings, dass sie warm und zweckmäßig eingepackt sind. Denn so gerne Kinder im Freien toben – auf Kälte reagiert ihr Körper empfindlicher als der von Erwachsenen.

 

Das liegt zum einen daran, dass Kinder eine dünnere Haut haben als Erwachsene, und so über die Haut auch schneller Körperwärme verlieren. Zum anderen haben die Kleinen im Vergleich zum Gesamtkörper einen relativ großen Kopf. Fast ein Drittel ihrer Körperwärme entweicht darüber – weshalb der Kopf bei Kälte möglichst  in einer Mütze stecken sollte. Dazu kommt, dass Kinder, wenn sie einmal „im Flow“ und auf ihr Spiel konzentriert sind, kaum wahrnehmen, ob sie frieren oder nicht. Da ist es wichtig, immer Jacke, Mütze und Handschuhe in petto zu haben für den Zeitpunkt, an dem die Kälte schließlich doch durchkommt.

 

Toben Kinder längere Zeit in winterlicher Kälte herum, kühlen über das vermehrte Atmen auch die Schleimhäute aus und geben viel Feuchtigkeit ab, informiert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Umso wichtiger ist es dann, reichlich zu trinken – zum Beispiel warme Früchte- oder Kräutertees oder auch mal eine Saftschorle.

 

Gesichtshaut mit Fettcreme schützen

Die junge Gesichtshaut und die Lippen, die der Winterluft am stärksten ausgesetzt sind, freuen sich zudem über eine fettende Creme, die vor Feuchtigkeitsverlust schützt, besonders bei „Fahrtwind“ durch Fahrrad oder Roller. Gut sind Cremes mit Panthenol, Paraffin, Wollwachs oder natürlichen Ölen. Vaseline um die empfindlichen Naseneingänge verringert vor allem bei feuchten Baby- und Kleinkindnasen die Verdunstungskälte. Die Kleinen vertragen Kälte im Übrigen besser, wenn sie kurz vorm Rausgehen noch einmal ordentlich gegessen haben. Denn um die Körperwärme zu halten, braucht es Kalorien.

 

Kompromisse schließen mit dem Teenagergeschmack

Was die Kleidung betrifft, ist das Zwiebelprinzip angesagt. Verschiedene Schichten haben den Vorteil, dass sie in der Nähe des Körpers warme Luft speichern und wie eine Isolation wirken. Eine wind- und wasserdichte Außenhaut gehört ebenso dazu wie Handschuhe und wasserdichte, gefütterte Schuhe mit dickem Profil. Atmungsaktive Unterwäsche schützt vor Feuchtigkeit auf der Haut.

 

Je älter Kinder werden, desto wahrscheinlicher wird es allerdings auch, dass ihnen das Aussehen von Jacke und Co. wichtiger ist als deren Funktionalität. Das mögen Eltern bedauern – aber wenn die Kleidung auch getragen werden soll, führt wohl kein Weg am Kompromiss vorbei: „Warm und wasserdicht muss das Teil sein, aber Farbe und Schnitt darfst du dir aussuchen.“

 

 

 

 

 

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