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Ginkgo – Baum der Superlative

Der Fächerblattbaum Ginkgo biloba gilt als lebendes Fossil. Der Ausnahmebaum präsentiert sich als Phänomen und Kuriosum der Pflanzenwelt und wurde so zum Sinnbild von Hoffnung, Langlebigkeit, Gesundheit und Lebensfreude.

 

Sein botanischer Ursprung ist noch immer nicht gänzlich geklärt. Sicher ist, dass Ginkgo biloba mehr als 200 Millionen Jahre allen Widrigkeiten der weltgeschichtlichen Entwicklung trotzte. Erstmals aufgetreten zur Zeit des Erdaltertums, erlebte die Familie der Ginkgo-Gewächse ihre Hochphase in Jura und Kreide des Erdmittelalters. Überlebt hat allerdings nur Ginkgo biloba. Die bis zu 40 m Höhe erreichenden Bäume können weit über 1.000 Jahre alt werden. Es  existieren Individuen mit einem sagenhaften Alter von 3.000 Jahren. Erst im fortgeschrittenen Alter von etwa 20 Jahren erreicht der Ginkgo seine Geschlechtsreife. Vielleicht liegt darin ein entscheidender Grund für sein unverändertes Überleben. Ein derart langer Zeitraum zwischen Generationen schränkt nämlich zwangsläufig die Anzahl möglicher Mutationen ein.

 

Auf der Nordhalbkugel auch vor der Eiszeit verbreitet

Zur Zeit des Erdmittelalters war der Ginkgo-biloba-Baum vor allem nördlich des Äquators stark verbreitet. Bis in die Neuzeit war er auch Bestandteil der europäischen Flora. Mit der Eiszeit des Quartärs endete diese Ausbreitung und Ginkgo biloba überlebte nur in den östlichen Teilen  Asiens. Die Abgeschlossenheit des verbliebenen Überlebensraumes in China verhinderte zunächst die Rückeroberung verlorener Regionen. Später, in menschlicher Obhut, wurden Anpflanzungen zunächst recht abgeschirmt in Tempelzonen und Gärten Chinas kultiviert. Die aktive Unterstützung durch Menschenhand im 18. Jahrhundert sorgte dafür, dass der Baum nun auch wieder in Europa zu finden ist. Das wissenschaftliche Interesse der Europäer für seine botanischen und medizinischen Besonderheiten erwachte allerdings erst im 20. Jahrhundert.

 

In Asien medizinisch hochgeschätzt

Als Basis der heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse diente sicherlich die hohe Wertschätzung, die Ginkgo im alten China kulturell und volksmedizinisch zuteilwurde. Schon früh erkannten Heilkundige die Chancen, die sich durch die Verwendung von Pflanzenbestandteilen boten. So bedient sich die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) seit Jahrtausenden der Heilpflanzeneigenschaften des Ginkgo biloba. Der Baum zählt hier zu den ersten dokumentierten Pflanzen Chinas. Viele weitere Kulturen verehrten später Ginkgo biloba in ähnlicher Weise und schmückten ihn so zum Weltenbaum.

 

Robustheit gegenüber Umweltbelastungen, hochwirksame Inhaltsstoffe, die scheinbar unbegrenzte Überlebensfähigkeit und die außergewöhnliche äußere Erscheinung waren über Jahrtausende Gründe genug, um von diesem Baum zu lernen und seine Talente zu nutzen.

 

 

 

 

 

 

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