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Präeklampsie: Leben retten durch Früherkennung

Wenn der Gynäkologe schließlich die Vermutung bestätigt, ist die Freude meist groß: endlich schwanger! Trotz dieses Glücksgefühls machen sich viele Mütter aber auch Sorgen, es könne zu Komplikationen kommen. Um diese schnell erkennen und behandeln zu können, wird eine ganze Reihe von Untersuchungen zur Früherkennung durchgeführt. Eine der wichtigsten ist die Präeklampsie-Früherkennung

 

Unter der Bezeichnung Präeklampsie versteht man einen schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck, der meist während der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auftritt. Mögliche Symptome sind neben dem erhöhten Blutdruck auch Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit, Sehstörungen, Schwellungen der Hände und Füße aufgrund von Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme sowie Schmerzen im Oberbauch. Außerdem scheiden Betroffene über den Urin ungewöhnlich hohe Mengen Eiweiß aus, weshalb neben der Überprüfung des Blutdrucks und des Gewichts auch Urinproben zur regelmäßigen Vorsorge gehören.

 

Gefahr für Mutter und Kind

Die Ursache für eine Präeklampsie konnte bisher noch nicht zweifelsfrei identifiziert werden. Forscher vermuten allerdings eine Fehlfunktion der Blutversorgung der Plazenta. Dadurch erhöht sich der Blutdruck der Mutter, um das Ungeborene trotzdem mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Ohne Behandlung kann es in der Folge bei der Mutter zu Störungen der Leber- und der Nierenfunktion sowie zur Beeinträchtigung des blutbildenden Systems und des Nervensystems kommen. Im schlimmsten Fall droht ein Organversagen. Das Ungeborene leidet wiederum häufig an Wachstumsstörungen im Mutterleib. Um weitere Gefahren und Komplikationen für Mutter und Kind abzuwenden, wird in solchen Fällen häufig eine vorzeitige Entbindung eingeleitet, weshalb diese Erkrankung hierzulande einer der Hauptgründe für Frühgeburtlichkeit ist. Insbesondere deshalb ist die frühzeitige Diagnose von großer Bedeutung. Denn auch wenn die Erkrankung in den meisten Fällen einen leichten Verlauf nimmt, steigt das Risiko für einen schweren Verlauf umso mehr an, je früher die Präeklampsie auftritt – und je länger sie unbehandelt bleibt.

 

Revolution im Bereich der Früherkennung

Die bisher sicherste Methode zur Vorhersage und Diagnose ist ein seit 2009 hauptsächlich in Kliniken verfügbarer Bluttest, der ein mögliches Ungleichgewicht zwischen zwei Proteinen untersucht, die für eine Präeklampsie eine wichtige Rolle spielen. Prof. Dr. Holger Stepan, Leiter der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Leipzig, lobt diesen Bluttest als eine „sehr zuverlässige und auch klinisch robuste Ausschlussdiagnostik über einen relevanten Zeitraum von Wochen“. Die niedergelassene Gynäkologin und Spezialistin für Geburtshilfe und Perinatalmedizin Dr. Sabine Riße sieht mit dem Bluttest ebenfalls einen Meilenstein erreicht, da er seit Ende 2019 nun auch ambulant durchgeführt werden kann. „Risikopatientinnen, die möglicherweise eine Präeklampsie entwickeln, oder auch Patientinnen, die sich mit Symptomen für eine Präeklampsie vorstellen, können nun bereits ambulant untersucht und behandelt werden.“ Das entlastet nicht nur die Krankenkassen, die die Kosten  für den entsprechenden Test beim Verdacht auf eine Präeklampsie vollständig übernehmen, sondernmacht auch längere Klinikaufenthalte zur Abklärung oft überflüssig.

 

 

 

 

 

 

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