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Probiotika bei Pollenallergie

Allergien sind weltweit auf dem Vormarsch. Gerade in den Industrieländern nimmt die Zahl der Allergiker stetig zu. Die häufigste Form der Allergie ist die Pollenallergie und jetzt im Juli fliegen überwiegend Pollen von Gräsern und Kräutern. Rund jeder Fünfte in Deutschland leidet an einer solchen Überreaktion des Immunsystems. Neueste Studien haben nun jedoch gezeigt, dass die Einnahme von Probiotika dabei helfen kann, die allergischen Symptome teilweise deutlich zu reduzieren.

 

„Der gesunde Darm ist die Wurzel aller Gesundheit.“ Zu dieser Erkenntnis kam der griechische Arzt Hippokrates bereits im vierten Jahrhundert vor Christus. Und auch die Chinesen wussten schon vor vielen hundert Jahren, dass im Darm „der Ursprung von Gesundheit oder Krankheit“ liegt. Der Grund für diese enge Verknüpfung von körperlicher Gesundheit und einem gesunden Darm ist das in ihm lebende Mikrobiom, also die Gesamtheit aller Bakterien, die den menschlichen Darmtrakt besiedeln.

 

Gesund durch bakterielle Vielfalt

Denn entgegen der landläufigen Meinung sind Bakterien nicht per se schlecht. Ganz im Gegenteil: Auf der Haut, in unseren Atemwegen und auch im Darm lebt eine Gemeinschaft unterschiedlichster Bakterien, ohne deren Hilfe wir kläglich eingehen würden. „Wir wissen heute, dass wir möglichst viele unterschiedliche Bakterien im Darm haben sollten. Je mehr Bakterien im Darm desto günstiger, denn umso besser sind wir vor Allergien geschützt“, bestätigt Prof. Dr. Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst und Professor am Allergie-Centrum-Charité. Die Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sich diese Darmflora im Gleichgewicht befindet. Kippt sie, leidet auch unsere Gesundheit. Eine mögliche Folge: Allergien.

 

Gestärkte Darmflora schützt vor allergischen Symptomen

Wissenschaftliche Studien zum Wechselverhältnis zwischen Gesundheit und Darmflora haben nun ergeben, dass sich das Mikrobiom des Darms durch die Einnahme von Probiotika so positiv beeinflussen lässt, dass die typischen Symptome wie juckende und tränende Augen, eine laufende oder verstopfte Nase, Hustenreiz, Hautjucken und die häufig damit einhergehende Schlaflosigkeit deutlich abgemildert werden können. Ein weiterer Vorteil: Probiotika sind sehr gut verträglich und weisen keinerlei Neben- oder Wechselwirkungen auf. „Probiotika helfen dabei, die Augen- und Nasensymptome und sogar die asthmatischen Symptome zu reduzieren“, schlussfolgert auch Prof. Dr. Bergmann.

 

Probiotisches Potenzial ausschöpfen

Insgesamt betrachtet scheinen Probiotika also das überempfindliche Immunsystem von Pollenallergikern beruhigen zu können. In Zukunft könnten sie demnach eine ebenso schonende wie wirksame Alternative zu oder Ergänzung herkömmlicher Therapieverfahren sein. Auch der üblicherweise hohe Verbrauch von Medikamenten wie Antihistaminika und Kortison könnte durch ihren Einsatz deutlich reduziert werden. Pollenallergiker dürften angesichts dieser Aussichten etwas aufatmen – ob die Pollen nun fliegen oder nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

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