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Schwer unterschätzt

Was unterscheidet ein „kräftiges Kerlchen“ von einem (Klein-)Kind mit Übergewicht? Oft genug allein die Wahrnehmung, haben Forscher an der Universität Nottingham herausgefunden. Für die Gesundheit von Kindern ist das riskant.

 

Mehr als die Hälfte der Eltern von Kindern mit Übergewicht unterschätzen die überschüssigen Pfunde ihrer Kinder, berichtet die Europäische Gesellschaft zur Erforschung von Adipositas (European Association for the Study of Obesity oder EASO). Und beruft sich dabei auf Ergebnisse eines Forschungsprojekts an der Universität Nottingham. „Selbst Angehörige der Gesundheitsberufe neigen dazu, das Gewicht der Kinder zu unterschätzen“, erklärt Forschungsleiter Abrar Alshahrani. „Das deutet darauf hin, dass übergewichtigen Kindern möglicherweise nicht die Unterstützung angeboten wird, die für ihre Gesundheit wichtig wäre.“

 

Hierzulande gelten nach Angaben der Deutschen Adipositas Gesellschaft rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen als übergewichtig, 6,3 Prozent sind adipös, d. h. ihr Körperfettanteil ist so hoch, dass ihre Gesundheit gefährdet ist. Übergewichtige Kinder und Jugendliche sind nicht nur häufig Vorurteilen und Ablehnung ausgesetzt. Sie können Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen oder eine Fettleber entwickeln.


Deshalb ist es wichtig, früh gegen das Übergewicht aktiv zu werden und mit fachlicher Unterstützung ein Ernährungsund Bewegungsprogramm zu erstellen. Die Erfolgsperspektiven sind dabei gut – aber man muss die schädlichen Pfunde eben erst einmal wahrnehmen.

 

 

 

 

 

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