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Kulturpflanze Hanf

Schon vor 12.000 Jahren wurde Hanf als Getreide angebaut, verletzten Kriegern wurden Hanfblätter auf die Wunden gelegt, Gutenberg druckte seine erste Bibel auf Hanf, Columbus segelte unter Hanfsegeln nach Amerika, und auch die erste Jeans bestand aus Hanffasern.

Wenige Pflanzen begleiten die Menschheit bereits so lange wie Hanf. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte Hanf auch bei uns in Europa eine wichtige ökonomische Rolle – bis die Industrialisierung seinen Niedergang besiegelte.


Denn lange Zeit war die Verarbeitung von Hanf Handarbeit, also langwierig, aufwendig und teuer. Aus diesem Grund wurde er schließlich von unkomplizierteren und billigeren Rohstoffen vom Markt gedrängt: Textilien wurden zunehmend aus Baumwolle gefertigt, Papier aus Holz, Arzneien aus synthetisierten Inhaltsstoffen hergestellt. Automatisiert wurde die Hanfverarbeitung erst in den 1930er Jahren, als in den USA die erste vollautomatische Hanfschälmaschine entwickelt wurde.


Da war es allerdings schon zu spät: Lobbyisten der Baumwoll- und Pharmaindustrie setzten zunächst die Erhebung einer Hanfsteuer und letztlich sogar ein Anbauverbot durch, um ihre Pfründe zu schützen. Doch Comebacks sind angesagt, auch beim Hanf: Textil- und Papierprodukte werden mittlerweile wieder zunehmend aus Hanffasern hergestellt, genauso wie Dämm- und Isolierstoffe, Nahrungsmittel, Kosmetika und auch Medikamente. Hanf wird also wieder als das begriffen, was er Jahrtausende lang war: eine wertvolle und vielseitige Ressource.

 

 

 

 

 

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