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Männer: Keine Angst vorm Urologen!

Viele Männer schieben einen Arztbesuch so lange wie möglich vor sich her. Diese „Verzögerungstaktik“ wird insbesondere dann angewendet, wenn keine akuten Beschwerden vorliegen, sondern es sich „nur“ um eine Vorsorgeuntersuchung handelt. Besondere Abneigung hegen Männer dabei gegen einen Besuch beim Urologen. Für die Gesundheit hat das leider viel zu oft dramatische Folgen.

 

Jedes Jahr erkranken mehr als 60.000 Männer an einer bösartigen Veränderung der Vorsteherdrüse, auch Prostata genannt. Damit ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Rund 13.000 Betroffene sterben daran. Trotzdem nehmen nur 14 Prozent der Männer, für die eine Vorsorgeuntersuchung empfohlen wird, diese auch tatsächlich wahr. In der Folge werden Tumore nicht immer frühzeitig genug entdeckt, um eine erfolgreiche und optimale Behandlung zu gewährleisten. Denn je größer ein Tumor ist, desto schwieriger ist seine Entfernung, ohne dabei das sensible umliegende Gewebe zu verletzen. Und hat der Tumor erst einmal gestreut, ist eine Heilung nicht mehr möglich. Eine große Bedeutung für die Wahrnehmung empfohlener Vorsorgeuntersuchungen spielen paradoxerweise die Frauen. Denn nicht selten sind sie es, die ihre Männer zur Prostata-Untersuchung ermutigen.

 

Für Gesundheit und Lebensqualität

Häufig ist der Grund für diese „Vorsorgemüdigkeit“ die Angst vor der eigentlichen Untersuchung – selbst wenn das Wissen um deren Ablauf in vielen Fällen bestenfalls lückenhaft ist. Denn auch wenn zur Diagnostik eine Tastuntersuchung gehört, während derer der Urologe einen Finger in den Enddarm einführt, ist dies nur ein kleiner Teil der Behandlung und schon nach 30 Sekunden wieder vorbei – und absolut nicht schmerzhaft! Insgesamt dauert der typische Check-up gerade einmal zehn Minuten, während derer der Arzt vor allem Fragen zu eventuellen Beschwerden wie beispielsweise Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Harnverlust, persönliche und familiäre Vorerkrankungen, dem individuellen Lebensstil und der Potenz bzw. möglichen Erektionsproblemen stellt. Durch den Besuch beim Urologen kann also nicht nur eine mögliche Krebserkrankung ausgeschlossen werden, sondern auch die Lebensqualität in anderen Bereichen erheblich verbessert werden.

 

Kosten, Nutzen und Eigenverantwortung

Die leider zu Unrecht berüchtigte Tastuntersuchung, spöttisch auch „Hafenrundfahrt“ genannt, wird von den Krankenkassen für jeden Mann ab dem 45. Lebensjahr empfohlen, und zwar in einem jährlichen Turnus. Gibt es in der Familie entsprechende Krankheitsfälle, sinkt dieser Schwellenwert auf 40 Jahre. Kosten entstehen dem Versicherten hierdurch nicht. Etwas anders sieht es bei einer Ultraschalluntersuchung der Prostata und dem in die Kritik geratenen PSA-Test aus. Der Nutzen dieser beiden Leistungen ist umstritten, weshalb die Krankenkassen die hierfür anfallenden Kosten nicht tragen. In jedem Fall sollten Männer stets auf Veränderungen achten, Beschwerden nicht einfach abtun und den Gang zum Urologen nicht scheuen. Insbesondere bei Problemen mit der Prostata oder Verhärtungen im Bereich der Hoden ist „Aufschieberitis“ der absolut falsche Weg.

 

 

 

 

 

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