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Unfallort Haushalt: Die Küche

Jedes Jahr sterben hierzulande circa 8.000 Menschen aufgrund eines Unfalls in der Wohnung oder im Haus. Das Risiko, in den eigenen vier Wänden zu Tode zu kommen, ist damit höher als das eines tödlichen Verkehrsunfalls.Zum Vergleich: Im Straßenverkehr sterben pro Jahr „nur“ rund 3.500 Menschen. Am häufigsten kommt es in der Küche zu fatalen Missgeschicken. Rund 32 Prozent aller Haushaltsunfälle ereignen sich allein zwischen Kühlschrank, Spüle und Herd.

 

Für viele Menschen ist die Küche einer der zentralen Orte ihres Hauses oder ihrer Wohnung. Morgens lockt sie mit Kaffee und Marmeladenbrötchen, die Einkäufe aus dem Supermarkt werden in ihren Schränken verstaut, auch das Abendbrot kommt aus ihr – und wer zwischendurch ein Glas Wasser oder einen kleinen Snack möchte, verschwindet ebenfalls kurz mal in der Küche. Doch die Statistik zeigt: Kein Ort in den eigenen vier Wänden ist so gefährlich wie die Küche – das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder.

 

Die Küche ist ein Arbeitsplatz

Selten hält man sich in der Küche auf und hat dabei nichts zu tun. Müßiggang findet im Wohn- oder Schlafzimmer statt, vielleicht auch in der Badewanne, aber in der Küche wird gearbeitet. Und zwar mit allerlei Klingen, Heißem und Elektrowerkzeugen. Für Erwachsene bedeutet das auch, dass sie meist mit sich selbst bzw. ihren jeweiligen Aufgaben beschäftigt sind. Kinder können da kaum ständig im Auge behalten werden – vor allem dann, wenn es mal hektisch und stressig wird. Hängt dann zusätzlich noch das Kind am Rockzipfel, hat man alle notwendigen Zutaten für ein zünftiges Unglück beisammen.

 

Kinder haben einen starken Entdeckerdrang

Die Küche ist für Kinder aber auch noch aus einem anderen Grund ein extrem spannender Ort: Ob Riechen, Schmecken, Sehen, Hören oder Fühlen – allen Sinnen wird hier ordentlich aufgetischt. Da ist es ganz natürlich, dass Kinder gerne einen Blick über den Tellerrand bzw. die Kante der Arbeitsplatte werfen wollen. Nur fehlt ihnen häufig noch der Überblick, wo sich Gefahrenquellen befinden können. Sicherer ist es daher, wenn Kleinkinder das Treiben in der Küche aus sicherer Entfernung beobachten, beispielsweise aus dem Laufstall oder dem Kinderstuhl.

 

Regeln und Verbote schaffen Sicherheit

Besonders gefährlich ist neben Messern und anderen scharfen oder spitzen Gegenständen, die ohnehin niemals in die Hände von kleinen Kindern gelangen sollten, der Herd. Zum einen kann man sich an ihm verbrennen, zum anderen landet der Inhalt heißer Pfannen und Töpfe nur allzu schnell auf dem Boden – oder noch schlimmer: auf dem Kind. Deshalb sollten Griffe stets für das Kind unerreichbar nach hinten gedreht werden und möglichst die hinteren Herdplatten genutzt werden. Auch der Wasserkocher sollte außer Reichweite von neugierigen Kinderhänden stehen. Ebenso gehören Plastiktüten und Ähnliches sofort weggepackt und verlockend riechende Spülmittel sicher verwahrt. In keinem Fall sollten sich Eltern davor scheuen, mit deutlichen Verboten zu arbeiten – früher oder später wird Ihr Kind begreifen, dass es nur zu seinem Besten ist.

 

 

 

 

 

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