©diyanadimitrova

 

Hausstaubmilben – Allergieverursacher im Kinderzimmer

Expertenschätzungen zufolge leiden in Deutschland gut 7 Prozent der Bevölkerung an einer Hausstauballergie. Was viele nicht wissen: Eine Hausstauballergie entwickelt sich häufig schon im Kindesalter. Aber was sind die Symptome? Und wie kann man das Umfeld der Kinder möglichst milbenfrei gestalten?

 

Unterm Mikroskop sehen Hausstaubmilben wie kleine Monster aus, mit spitzen Beinchen und klauenartigen Mundwerkzeugen – definitiv kein Tierchen, mit dem man gerne sein Bett teilen würde. Und doch tun wir genau das, denn Hausstaubmilben sind so winzig, dass in einem Gramm Staub bis zu 15.000 Milben leben können. Die gute Nachricht: Auch wenn sie so aussehen, als wären sie einem Horrorfilm entsprungen, beißen oder stechen Hausstaubmilben nicht. Und sie übertragen auch keinerlei Krankheiten. Doch nun die schlechte Nachricht: Hausstaubmilben sind nach Pollen und Gräsern der zweithäufigste Auslöser für Allergien. Zudem haben sie keine wirkliche Saison: Zwar können Allergene im Winter aufgrund trockener Heizungsluft vermehrt aufgewirbelt werden und die Beschwerden zunehmen, grundsätzlich leiden Betroffene jedoch ganzjährig unter ihrer Allergie.

 

©incomible_AdobeStock

©incomible_AdobeStock

 

 

 

Kinder kommen bereits früh in Kontakt mit Hausstaubmilben

Besonders hoch ist die Milbenbelastung im Bett und in der Decke, denn dort ist es warm und feucht – außerdem finden die gefräßigen Hausstaubmilben hier einen schier unendlichen Vorrat ihres Lieblingsgerichts: abgestorbene, menschliche Hautschuppen. Gerade einmal 2 Gramm Hautschuppen reichen aus, um 1,5 Millionen Tierchen einen Tag lang zu versorgen. Da insbesondere Kleinkinder viel Zeit im Bett verbringen, entwickelt sich eine Hausstauballergie häufig schon innerhalb der ersten sechs Lebensjahre. Das kindliche Immunsystem reagiert dabei auf bestimmte Eiweißbestandteile im Kot und im Körper abgestorbener Milben, die sich mit Staubpartikeln in der Zimmerluft verbinden und eingeatmet werden. In der Folge kommt es zu typischen Allergie-Symptomen wie Schnupfen, tränenden oder juckenden Augen sowie Atembeschwerden und einem verschlechterten Hautbild. Doch auch Erwachsene können noch eine Hausstauballergie entwickeln.

 

Waschmaschine ist bester Freund im Kampf gegen Hausstaubmilben

Der wichtigste Schritt, um das Wohnumfeld milbenfrei zu gestalten, ist ein spezieller Matratzenbezug, der einerseits eine Verbreitung von allergenen Milbenteilen oder Milbenkot verhindert, und andererseits Hausstaubmilben davon abhält, sich an abgestorbenen Hautschuppen gütlich zu tun. Ist eine Hausstauballergie diagnostisch nachgewiesen, werden die Kosten für ein solches „Encasing“ von der Krankenkasse übernommen. Außerdem sollte das gesamte Bettzeug regelmäßig gewaschen werden, d. h. wöchentlich bei mindestens 60 °C. Doch auch Polstermöbel, Teppiche und Kuscheltiere sind wahre Hausstaubmilben-Biotope, weswegen man auch sie in regelmäßigen Abständen reinigen sollte. Zudem ist eine gute Luftzirkulation notwendig, um einerseits trockene Raumluft zu verhindern, durch die Allergene aufgewirbelt werden, und andererseits einen Feuchtigkeitsstau zu vermeiden, in dem sich die Milben nur allzu wohlfühlen.

 

 

 

 

 

Startseite