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Ist Superfood wirklich Super?

Superfoods sind aktuell in aller Munde, und zwar ganz buchstäblich. Die Idee dahinter ist allerdings nicht neu. Schon in der griechischen Mythologie versprachen Ambrosia und Nektar, die Speisen der Götter, Gesundheit und ewige Jugend. Und auch der wohl berühmteste Arzt des Altertums, Hippokrates von Kos, mahnte: „Lasst eure Nahrungsmittel eure Heilmittel sein und eure Heilmittel eure Nahrungsmittel!“ Aber ist das wirklich umsetzbar oder nur Wunschdenken?

 

Ob prall gefüllte Regale im Discounter, überquellende Kisten im Bioladen oder durchgebogene Verkaufsstände auf dem Wochenmarkt – niemals in der Geschichte der Menschheit war die Versorgung mit Nahrungsmitteln besser als heute. Die Verbraucher haben also die Wahl – und damit auch die Qual. Etwas einfacher wird die Entscheidung aber, wenn auf dem Etikett das Wörtchen „Superfood“ prangt. Denn das verspricht nicht nur einen vollen Magen, sondern auch eine Fülle an wertvollen Inhaltsstoffen – und obendrein Fitness, Schönheit und Gesundheit.

 

Was genau ist ein Superfood?

Wer das Wort „Superfood“ googelt, erhält über 300 Millionen Treffer. Die Liste der vorgestellten Nahrungsmittel reicht von „A“ wie Acerola über „G“ wie Goji-Beeren bis hin zu „Q“ wie Quinoa. Für Verbraucher ist die Sache klar: Ein Superfood ist besonders reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien und hat einen positiven Effekt auf die Gesundheit. Rechtlich ist die Sache aber nicht ganz so einfach, denn eine verbindliche Definition, welche Lebensmittel als Superfood bezeichnet werden dürfen, gibt es nicht. So darf sich letztlich jedes Obst, jedes Gemüse, jede Wurzel und jedes Pulver „Superfood“ nennen. Außerdem weisen Ernährungswissenschaftler immer wieder darauf hin, dass Superfoods nicht unbedingt die exotischen, nun wiederentdeckten Speisen aus fernen Winkeln der Erde sind. Manch einheimisches Obst oder Gemüse hat ebenso viele oder noch mehr wertvolle Inhaltsstoffe als die Exoten – und ist wegen unserer genetischen Prägung für unseren Organismus teilweise deutlich besser zu verwerten.

 

Laborbedingungen und Alltag

Derzeit laufen unzählige Studien, die den besonderen Nutzen eines oder mehrerer Superfoods wissenschaftlich untersuchen. Dabei steht weniger die Nährstoffzusammensetzung der einzelnen Nahrungsmittel im Fokus, sondern vielmehr der tatsächliche Effekt, den ihr Verzehr auf den menschlichen Organismus hat. Denn Laborbedingungen können nicht einfach „eins zu eins“ auf unseren Alltag übertragen werden. Schließlich ist die Wirksamkeit bestimmter Inhaltsstoffe zeitlich begrenzt, weshalb ein häufiger bzw. anhaltender Verzehr notwendig wäre, um von ihnen zu profitieren. Außerdem nehmen wir beim Verzehr von sogenannten Superfoods ja nicht nur die besonders wertvollen Inhaltsstoffe auf, sondern einen komplexen Nährstoffmix, der eventuell auch Inhaltsstoffe umfasst, deren Verzehr wir eigentlich einschränken sollten.

 

Fazit: Essen soll immer auch Spaß machen – und Superfoods sind hervorragend dazu geeignet, um in einem reichhaltigen und ausgewogenen Speiseplan exotische oder zumindest ungewohnte Akzente zu setzen. Unersetzlich oder gar ein Allheilmittel sind sie jedoch nicht.

 

 

 

 

 

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