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Unfallort Haushalt

Das Badezimmer

 

Für die meisten von uns ist das Badezimmer ein wohliger Ort, an dem wir uns ganz in Ruhe uns selbst widmen können, vielleicht mit einem gelben Quietscheentchen durchs Schaumbad pflügen oder ein Buch lesen und dabei entspannen. Wer wittert da schon Gefahr?

 

Die Statistik spricht allerdings eine ganz eigene Sprache, nämlich die der Zahlen: 5,5 Prozent aller Haushaltsunfälle ereignen sich im Badezimmer – gemessen an der knappen Zeit, die wir am Tag dort verbringen, eine stattliche Größe. Aber wie lässt sich die Unfallgefahr im Bad bannen?


Der Dampf vernebelt die Sicht, der Boden glänzt vor Feuchtigkeit, im Auge brennt noch etwas Seife, und schwupps, da ist es auch schon geschehen: Eben noch auf den Füßen, jetzt am Boden, besser gesagt: auf den harten Fliesen. Wer sich da nur den Ellbogen anschlägt, hat Glück gehabt. Vermeiden lassen sich solche Rutscheinlagen ganz einfach mit Antirutschauflagen. Die gibt es in allerlei Farben und Formen und passen daher in jede Wanne. Griffe sorgen für zusätzlichen Halt und wirken im entsprechend modernen Design heute auch längst nicht mehr so altbacken, wie man sie vielleicht noch aus Kindheitstagen in Erinnerung hat. Vor der Wanne sollte dann ebenfalls eine rutschfeste Fußmatte liegen, denn gerade beim Ein- und Aussteigen aus der Wanne schlägt das Schicksal häufig zu – und man selbst längs hin.


STROMSCHNELLE GEFAHR
Ungewollt spannend kann es auch bei der Elektrizität werden. Denn Wasser und Strom vertragen sich äußerst gut – was uns Menschen allerdings gar nicht zugutekommt. Insbesondere bei älteren Gebäuden wurden die heute üblichen Schutzbereiche nicht immer eingehalten. Auch eingesteckte Föhne, Radios und Smartphones gehören nicht auf den Badewannen- oder Waschbeckenrand, weil: Todesgefahr! Ein sogenannter FI-Schalter, der seit 1984 Pflicht in jedem Haushalt ist, unterbricht notfalls den Stromkreis und rettet so Leben.


Prüfen Sie daher, ob Sie einen haben! Außerdem sollten Sie im Bad natürlich immer für eine gute Beleuchtung sorgen – am besten mit einer Alternativlampe für die Nachtstunden, wenn der Stoffwechsel Sie schlaftrunken aus den Federn treibt und sich Ihre halbgeöffneten Augen durch helles Licht gänzlich verschließen.


MIT KINDERAUGEN
Gerade für Kinder ist ein sicheres Badezimmer wichtig: Durchschnittlich landen in den Ambulanzen pro Jahr 44.000 Kinder, die sich im Bad verletzt haben. Meist sind sie ausgerutscht und konnten sich nicht mehr abfangen. Das liegt zum einen daran, dass ihre Koordinationsfähigkeit noch nicht so ausgeprägt ist, und zum anderen, dass sie mit ihren kürzeren Armen größere Mühe haben, im Fall noch den rettenden Waschbeckenrand oder Ähnliches zu erwischen. Daher sind auch bruchsichere Duschtüren besonders wichtig.

Noch eines: Bis zum vierten Lebensjahr ereignen sich über 70 Prozent aller Todesfälle durch Ertrinken in der Badewanne. Schon fünf Zentimeter Wassertiefe reichen hierfür aus. Bleiben Sie also unbedingt dabei, wenn Ihre Kleinen baden. Zwei Quietscheentchen haben ja außerdem auch mehr Spaß als eins.

 

 

 

 

 

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