©absolutimages_AdobeStock

 

Stimme weg – und nun?

Es gibt Menschen, die sind auf ihre Stimme angewiesen. Sänger zum Beispiel. Oder Lehrer. Auch im Callcenter hat man keine guten Karten, wenn man stumm ist, denn Stille ist dort geschäftsschädigend. Im Grunde finden wir uns aber alle in einer ziemlich misslichen Lage wieder, wenn wir unsere Stimme irgendwo anders abgeben als an der Wahlurne. Wenn hinter der Sprachlosigkeit allerdings eine Kehlkopfentzündung steckt, wird es im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich.

 

 

Unsere Stimme gehört zu unseren primären Kommunikationsmitteln. Dabei ist sie äußerst flexibel: Wir können flüstern, wodurch wir ungefähr so laut sind wie ein Streichholz, das auf eine Tischplatte fällt. Oder wir schreien – und erreichen dabei im Extremfall die Lautstärke eines startenden Flugzeugs, wie ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde aus dem Jahr 2000 belegt. Entscheidenden Anteil an der Stimmbildung hat der Kehlkopf, in dem sich auch unsere Stimmbänder befinden.

 

Die Erkältung verschwindet, die Heiserkeit bleibt

Bei einer akuten Kehlkopfentzündung, fachsprachlich Laryngitis genannt, sind die Schleimhäute des Kehlkopfes entzündet. Dadurch können die Stimmbänder nicht mehr richtig schwingen und jeder Laut, der uns über die Lippen kommt, klingt kratzig, rauchig und belegt. Zusätzlich sind wir heiser, müssen ständig husten und uns räuspern.

Die akute Kehlkopfentzündung tritt in den meisten Fällen infolge einer Viruserkrankung der oberen Atemwege auf, beispielsweise eines grippalen Infekts. Eine mechanische Überlastung der Stimmbänder, zum Beispiel durch das Mitgröhlen beim Konzert der Lieblingsband, kann jedoch ebenfalls eine Kehlkopfentzündung hervorrufen.

 

Vorsicht bei akuter Atemnot

Gerade bei Kindern und Säuglingen kann eine Kehlkopfentzündung lebensbedrohlich sein. So erkranken manche Säuglinge und Kleinkinder an der sogenannten Pseudokrupp, bei der sich die Atemwege durch ein Anschwellen der Schleimhaut verengen. Die Folge: ein trockener, bellender Husten; möglicherweise sogar Atemnot. Die Epiglottitis tritt hingegen eher bei Kindern und Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen auf. Hierbei schwillt der Kehldeckel des Kehlkopfes an und behindert ebenfalls die Atmung. Da sowohl bei der Pseudokrupp als auch bei der Epiglottitis der Erstickungstod droht, sollte bei einsetzender Atemnot umgehend ein Notarzt gerufen werden.

 

Sanfte Heilung für gestresste Stimmbänder

Häufig lässt sich eine akute Kehlkopfentzündung bereits durch einfache Hausmittel kurieren. Hierzu zählen neben dem Schonen der Stimmbänder auch die Befeuchtung der Schleimhäute, zum Beispiel durch Inhalieren mit Salzwasser, ein gutes Raumklima und ausreichendes Trinken. In Absprache mit Ihrem Apotheken-Team können Sie auch abschwellende Nasensprays verwenden.

 

Dauert die Heiserkeit trotzdem länger als drei Wochen an, sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen, um die Ursache für Ihre Beschwerden zweifelsfrei bestimmen zu lassen und die Therapie gegebenenfalls anzupassen.

 

 

 

 

 

Startseite