©Christian-Schwier_AdobeStock

 

Herznotfall – keine Scheu vor „Fehlalarm“

Von allen Todesursachen belegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland den ersten Platz: Rund 40 Prozent aller Todesfälle gehen auf ihr Konto. Um über Ursachen, neueste Diagnose- und Therapieverfahren sowie Möglichkeiten der Prävention von Herzerkrankungen zu informieren, veranstaltet die Deutsche Herzstiftung e. V. vom 1. bis zum 30. November die Herzwochen – diesmal unter dem Motto „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen: Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“

 

Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 60.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Wenigstens ein Teil dieser Todesfälle könnte vermieden werden, wenn Betroffene, Angehörige oder zufällig vor Ort befindliche Personen sofort den Rettungsdienst rufen würden. Leider erreicht dieser Anruf die Notruf-Leitstellen häufig erst nach einer unnötigen Verzögerung – entweder, weil manch Hartgesottene lieber warten, ob die Beschwerden nicht vielleicht von ganz alleine wieder verschwinden, oder weil gerade Nacht oder Wochenende ist und Betroffene auf den Morgen oder sogar den Montag warten – als handele es sich um eine ganz normale Erkrankung, deren Abklärung und Therapie noch Zeit hätten. Zu vermitteln, dass genau dies nicht der Fall ist, ist eines der Hauptanliegen der Herzwochen.

 

Der plötzliche Herztod ist gar nicht so plötzlich

Entgegen seinem Namen kündigt sich der plötzliche Herztod meist schon Tage oder gar Wochen vorher durch Symptome wie Brustschmerzen oder Atemnot an. Tragisch hieran ist, dass viele Betroffene diese Anzeichen ignorieren – und das meist mit dem Leben bezahlen. So überlebt rund ein Drittel all jener, die aufgrund der Vorzeichen den Notarzt alarmiert haben. Von denen, die sie ignorieren, überleben nur rund 6 Prozent. Entsprechende Signale sollten also keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Insbesondere dann nicht, wenn bestimmte Risikofaktoren erfüllt sind. Diese sind Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Diabetes, ein erhöhter Cholesterinspiegel und vor allem Vorerkrankungen der Herzkranzgefäße.

 

Lieber zehnmal Fehlalarm als einmal tot

Immer wieder warnen Mediziner und Verbände davor, bei einem Verdacht auf einen Herzinfarkt oder sonstige Herzbeschwerden mit dem Wählen des Notrufs zu zögern. Vielmehr ist es wichtig, nicht den Umweg über ärztliche Not- oder Bereitschaftsdienste zu nehmen, sondern direkt die 112 zu informieren. Während dieses Notrufs sollte der Verdacht auf einen Herzinfarkt unbedingt geäußert werden, da nur dann ein Rettungswagen mit einem Notarzt geschickt wird, der sowohl das Wissen als auch die Ausrüstung hat, um auf eine solche Situation richtig reagieren zu können.

 

Zögern kostet Leben

Sie oder eine andere Person haben anhaltende Schmerzen in Brustkorb, Rücken, Nacken und Armen, Atemnot, Übelkeit oder ein Angstgefühl bis hin zu Todesangst? Dann zögern Sie nicht, sofort die 112 zu rufen. Hat die betroffene Person das Bewusstsein verloren, sollten Sie nach Absetzen des Notrufs unverzüglich mit einer Herzdruckmassage und eventuell auch Mund-zu-Mund-Beatmung beginnen. Denn all dies deutet auf einen Herzstillstand hin – und in diesem Fall zählt jede Minute.

 

 

 

 

 

Startseite