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Wunderorgan Leber

Mit der Leber ist es wie mit allen Organen, die sich nicht hin und wieder unangenehm bemerkbar machen: Niemand weiß so genau, wo sie im Körper zu verorten sind, welche Funktion sie haben oder wie ein schonender Umgang aussähe. Bei der Leber ist das besonders gravierend, denn sie leidet stumm. Wenn sie sich bemerkbar macht, ist es meistens schon zu spät. Versagt sie gar, dann droht innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen der Tod.

 

Die Leber ist ein erstaunliches Organ. Die Aufgaben des 1,5 Kilogramm schweren Organs sind die Stoffwechselsteuerung, die Regulierung von Fett- und Zuckerstoffwechsel sowie des Mineral- und Vitaminhaushalts. Als Speicherorgan lagert sie wichtige Nährstoffe – Fett, Zucker, Vitamine – ein. Sie filtert Schadstoffe und Gifte aus dem Blut, bildet sie lebensnotwendige Stoffe z. B. für die Blutgerinnung und produziert täglich etwa einen Liter Gallensaft, mit dem sie Stoffwechselprodukte über den Darm entsorgt. Aber das Bemerkenswerteste ist ihre Fähigkeit, sich zu regenerieren. Sie kann außerordentlich gut und schnell nachwachsen. Muss zum Beispiel wegen eines Tumors die Hälfte der Leber entfernt werden, kann das Organ innerhalb weniger Monate wieder sein normales Volumen erreichen. Doch auch die haltbarste Leber hat ihre Grenzen.

 

Was der Leber schadet                                

„Leber duck dich, ich schütte.“  Der regelmäßige Konsum und Missbrauch alkoholischer Getränke ist ein schwerwiegendes Problem für die Leber, denn Alkohol schädigt die Leberzellen und führt zu Fetteinlagerungen. Die sogenannte Fettleber fördert Leberentzündungen und -vernarbungen. Aber nicht immer ist bei einer Fettleber Alkohol im Spiel. Das Metabolische Syndrom – Stoffwechselstörungen durch Diabetes und Übergewicht – kann zur nicht alkoholischen Fettleber führen, von der teilweise sogar schon Kinder betroffen sind. An einer Lebererkrankung durch Viren leiden in Deutschland rund eine Million Menschen.

 

Wird eine kranke Leber nicht behandelt oder wird bei einer Erkrankung der Lebensstil nicht verändert, droht eine Hepatitis (Leberentzündung). Heilt diese nicht aus, kann eine Leberzirrhose entstehen, bei der das Organ zunehmend vernarbt und verhärtet. Je weiter sie fortschreitet, umso schlechter werden die Prognosen. Denn wenn die Leber nicht mehr funktioniert, versagen über kurz oder lang auch alle anderen Organe. Dann wird ein lebensrettendes Ersatzorgan gebraucht oder der Patient stirbt.

 

Was die Leber schützt

Die Lebergesundheit kann durch vorbeugendes Verhalten unterstützt werden. Dazu gehören eine gesunde Ernährung und Bewegung – und so wenig wie möglich Alkohol. Für Männer werden maximal 30 Gramm (das sind etwa 2 kleine Bier), für Frauen maximal 15 Gramm Alkohol am Tag empfohlen. Menschen, deren Leber bereits geschädigt ist, sollen ganz auf das Zellgift verzichten. Bei Reisen in Länder mit einem Hepatitis-Risiko, sind Impfungen gegen Hepatitis A und B eine sinnvolle Prophylaxe. Gegen Hepatitis C gibt es bislang keine Impfung.

 

 

 

 

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