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Der Mann über 50

Beruflich und familiär mag es bei Männern über 50 oft gut laufen. Doch sowohl psychisch als auch physisch ist dieser Lebensabschnitt für sie trotzdem kein Zuckerschlecken: Neben der berüchtigten Midlife-Crisis fordert nämlich auch die ungefähr zeitgleich einsetzende Andropause ihren Tribut.

 

Lange wurde darüber gestritten, nun sind sich die Wissenschaftler einig: Auch Männer leiden unter Wechseljahresbeschwerden – wenn auch in einem geringeren Maße als Frauen. Während dieser sogenannten Andropause, die ungefähr ab dem vierten Lebensjahrzehnt einsetzt, produziert der männliche Organismus allmählich immer weniger Testosteron. Die möglichen Folgen sind z. B. Antriebslosigkeit, Muskelabbau, Schlafstörungen und Erektionsprobleme. Diese Veränderungen alleine können für Männer schon eine echte Belastungsprobe sein. Allerdings findet ungefähr zum selben Zeitpunkt noch eine weitere Zäsur statt: die Midlife-Crisis.

 

Stimmungstal „Lebensmitte“         

Glücksforscher fanden kürzlich heraus, dass im Grunde jeder Mann (und auch jede Frau!) eine Midlife-Crisis durchläuft. Demnach ist die allgemeine Zufriedenheit von Männern während ihrer Lebensmitte am niedrigsten. Der damit verbundene Leidensdruck kann jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Mal hilft schon eine neue Frisur oder ein neues (gefährliches) Hobby. Manchmal braucht es aber auch schon den berüchtigten roten Sportflitzer, der einen aus diesem Tal herauskatapultiert. Insbesondere wenn sich seelische Unzufriedenheit mit stärker werdenden körperlichen Veränderungen wie nachlassender Potenz, einem wachsenden Bäuchlein und einem bedrohlich zurückweichenden Haaransatz paaren, können Männer nun in eine echte Krise schlittern. Gerade dann heißt es: einen klaren Kopf bewahren.

 

Vorsorge für ein gesundes Altern

Neben dem sorgfältigen Abwägen, welchen Lebensweg man(n) weiterhin beschreiten möchte, darf jetzt ein weiterer Aspekt keinesfalls aus den Augen verloren werden: die Gesundheit. Zwar machen sich spätestens ab 50 ohnehin ständig irgendwelche Zipperlein bemerkbar. Diese werden aber häufig stoisch ignoriert, solange es irgendwie geht – oder bis das persönliche Umfeld auf einem Arztbesuch insistiert. Denn anders als für Frauen ist der regelmäßige Arztbesuch für Männer etwas weitgehend Ungewohntes. Deshalb ist es für Männer in fortgeschrittenem Alter wichtig, den Arzt als Partner zu begreifen. Das würde vielleicht auch dazu führen, dass mehr Männer die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen würden. Denn leider sind Männer echte Vorsorgemuffel. Während fast 60 Prozent aller Frauen das Angebot der Krankenkassen zur Krebsvorsorge wahrnehmen, lassen sich gerade einmal rund 27 Prozent der Männer durchchecken. Und das schlägt sich auch in der Lebenserwartung nieder: Statistisch betrachtet sterben Männer fünf Jahre früher als Frauen. Wer seinen zweiten Frühling wirklich genießen möchte, sollte daher auch in Sachen Gesundheit vorsorgen.

 

 

 

 

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