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Aus dem Rhythmus

Ein kleiner Extraschlag wie ein Stolpern, ein Aussetzer im Schlagrhythmus, plötzliches Herzrasen – gerät das Herz aus dem Takt, fühlt sich das bedrohlich an. Viele Herzrhythmusstörungen sind aber harmlos. Weil jedoch auch eine Herzerkrankung dahinterstecken kann, sollten sie beim Arzt abgeklärt werden. Sind sie unbedenklich, muss nicht behandelt werden. Steckt eine Herzerkrankung dahinter, kann der Arzt frühzeitig eine Therapie einleiten.

 

Wenn Herzen stolpern, sind oft zusätzliche Herzschläge, sogenannte Extrasystolen verantwortlich. Sie sind meist ungefährlich, doch treten sie plötzlich neu oder mehrmals am Tag auf oder halten sie länger als 30 Sekunden an, sollte ein Facharzt zu Rate gezogen werden. Noch wichtiger ist eine ausführliche Untersuchung, wenn Schwindel, Orientierungsprobleme, Atemnot oder Ohnmachtsanfälle (Synkopen) hinzukommen.

 

Erkrankungen können das Herz aus dem Takt bringen

Koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck, Herzklappen- und Herzmuskelerkrankungen können beispielsweise Ursachen von Herzrhythmusstörungen sein. Auch Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder chronische Lungenerkrankungen können sich auf den Herzrhythmus auswirken. Deshalb hängt der Therapieerfolg von der gezielten Behandlung der Grunderkrankung ab – und in vielen Fällen auch von einer Umstellung des Lebensstils. Häufigste Ursache für Herzrhythmusstörungen ist Vorhofflimmern. Nach Schätzungen der Deutschen Herzstiftung sind etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland davon betroffen.

 

Vorsicht: Schlaganfallgefahr

Wenn Vorhofflimmern völlig unbemerkt verläuft, ist es besonders gefährlich. Denn wenn Betroffene keine Beschwerden haben, gehen sie nicht zum Arzt und werden auch nicht behandelt. Weil sich beim Vorhofflimmern die Herzvorhöfe nicht mehr regelmäßig zusammenziehen, verlangsamt sich der Blutstrom. So können sich Blutgerinnsel bilden, die mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen. Verschließen diese Gerinnsel ein Blutgefäß kommt es zu einem Schlaganfall. Bei etwa 30.000 Schlaganfällen ist Vorhofflimmern die Ursache.

 

Was tun?

Um das Vorhofflimmern überhaupt zu entdecken, kann regelmäßiges Blutdruckmessen erste Anhaltspunkte liefern, denn bei 70 Prozent der Patienten liegt Bluthochdruck vor. Die meisten Geräte können einen unregelmäßigen Herzschlag anzeigen. Der Arzt kann dann gerinnungshemmende Medikamente verordnen, um eine Gerinnselbildung zu verhindern und so einem Schlaganfall vorzubeugen. Greifen die Medikamente nicht oder soll eine Dauermedikation vermieden werden, kann bei jüngeren Patienten mit anfallsartigem Vorhofflimmern auch eine Kathederablation erfolgen.

Dabei werden die Stellen im Herzinneren verödet, die für die Rhythmusstörungen verantwortlich sind. Eine andere Option sind implantierbare Herzmonitore, die Herzrhythmusstörungen aufspüren, die unregelmäßig und nur phasenweise auftreten. Sie werden vor allem bei ungeklärten Fällen plötzlicher Bewusstlosigkeit oder bei bereits erfolgtem Schlaganfall unbekannter Ursache eingesetzt, um ein möglicherweise unerkanntes Vorhofflimmern festzustellen.

 

 

 

 

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