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Hilfe gegen immer wiederkehrende Harnwegsinfektionen

Insgesamt 8 Millionen Menschen in Deutschland sind von Harnwegsinfekten betroffen. Darunter befinden sich überdurchschnittlich viele Frauen. Denn gegenüber Männern haben sie nicht nur eine deutlich kürzere Harnröhre; deren Ausgang liegt auch in der Nähe zur Analregion. Damit befinden sich immer wieder Bakterien in gefährlicher Nähe zu den Harnwegen. Diese werden zwar in der Regel vom Immunsystem des Körpers und dem Urin selbst gut bekämpft. In bestimmten Lebenssituationen wie der Menopause, einer Schwangerschaft oder auch bei sexueller Aktivität drohen dennoch Infektionen. Anzeichen dafür sind Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und trüber bis manchmal sogar blutiger Urin.

 

Akute Infektionen lassen sich in der Regel gut durch eine Antibiotikatherapie oder auch mit pflanzlichen Arzneimitteln bekämpfen. Kommen sie aber immer wieder (Rezidiv), dann drohen ernsthafte Komplikationen. Manche Patienten warten einfach zu lange, bis sie wieder zum Arzt gehen; bei anderen führt der immer neue Einsatz von Antibiotika zu Resistenzen, die eines der größten Probleme der modernen Medizin sind. Dann wirkt das Antibiotikum einfach nicht mehr. Als Folge steigt zum Beispiel das Risiko für eine Nierenbeckeninfektion.

 

Vieles kann man selber tun

Dabei kann man auch selbst einiges gegen Harnwegsinfektionen tun. So sollte man mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag trinken. Das führt zu mehr Urin, über den dann auch die gefährlichen Bakterien ausgeschieden werden. Betroffene sollten zudem nicht in buchstäblich letzter Minute zur Toilette gehen. Denn je früher die Bakterien über den Urin aus dem Körper gelangen, desto besser ist das für den Organismus. Und natürlich sollte man sich gegen Unterkühlung der Füße und des Unterleibs schützen sowie die Unterwäsche regelmäßig wechseln. Baumwollslips, die man zwischen  60 und 90 Grad waschen kann, sind hier aller Eitelkeit zum Trotz die Unterwäsche der Wahl. Hygiene ist zwar wichtig, zu viel kann aber auch schaden, weil dadurch der Säureschutzmantel der Haut angegriffen werden kann. Hier sollte man auf Intimwaschlotionen zurückgreifen. Und schließlich hilft es auch, sich ausgewogen zu ernähren und zwischendurch einmal Entspannungspausen einzulegen. Auch das stärkt das Immunsystem und damit die natürliche Antwort des Organismus auf Infektionen.

 

Kommt es trotz allen diesen Maßnahmen dennoch wieder zu Harnwegsinfektionen, ist eine weitere Hilfe verfügbar, die das Risiko einer erneuten Erkrankung stark senkt. Denn eine speziell bei rezidivierenden Harnwegsinfektionen zugelassene Impfung kann gegen die wichtigsten Infektionserreger immunisieren. Betroffene sollten sich von ihrem Arzt darüber beraten lassen, ob sie zu dem Personenkreis gehören, für den eine solche Immunisierung sinnvoll ist. Wie hieß es noch so treffend bei einer älteren Impfkampagne? „Impfen nützt, weil Impfen schützt.“

 

 

 

 

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