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Allergien im Kindesalter

Allergien gehören bei Kindern und Jugendlichen zu den häufigsten Erkrankungen. Aber es gibt Möglichkeiten, die Kleinen zu schützen.

 

Häufiger als noch vor 10, 20 Jahren reagieren bereits (Klein-)Kinder allergisch auf ihre Umwelt. Neurodermitis, Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien oder Asthma bronchiale können bereits im Säuglingsalter auftreten, weiß Sonja Lämmel, Diplom-Oecotrophologin beim Deutschen Allergie- und Asthma Bund (DAAB). Die gute Nachricht: Kein Kind kommt als Allergiker auf die Welt! Zwar ist die Veranlagung für Allergien erblich. Das heißt aber noch lange nicht, dass diese auch ausbrechen müssen. Entscheidend sind die Bedingungen, unter denen die Kinder aufwachsen.

 

Immunsystem auf Abwegen

Ein Kind mit einer erblichen Veranlagung für Allergien hat ein Immunsystem, das dazu neigt, auf harmlose Stoffe aus der Umwelt – wie etwa Pollen, bestimmte Nahrungsmittel oder Tierhaare – loszugehen. Vertreter der sogenannten Hygienetheorie etwa begründen den Anstieg von Allergien mit der Tatsache, dass wir „zu sauber“ leben und unser Immunsystem „gelangweilt“ ist, erläutert Sonja Lämmel.

 

Anfangs, in der sogenannten Sensibilisierungsphase, zeigt der Körper noch keine sichtbare Reaktion auf den Allergieauslöser (Allergen). Stattdessen bereitet er sich im Verborgenen auf die Abwehrreaktion bei einem weiteren Kontakt mit dem Allergen vor, erklärt die Allergieexpertin. Eine solche – allergische – Abwehrreaktion kann gleich beim nächsten Kontakt auftreten, aber auch erst Monate später oder gar nicht. Die Folgen reichen von laufender Nase und tränenden Augen über Juckreiz, Hautausschlag, Ekzeme bis hin zu Magen-Darm- sowie asthmatischen Beschwerden. Die stärkste Reaktion ist der allergische Schock (Anaphylaxie), der bis zum Kreislaufzusammenbruch und Herzstillstand führen kann.

 

Toleranz trainieren

Während es vor Jahren noch hieß, mögliche Auslöser von Allergien sollten tunlichst gemieden werden, sind sich die  Experten heute einig, dass es wichtig ist, das Immunsystem früh zu fördern und zu fordern. Deshalb sollten Eltern auch allergiegefährdeten Kindern kein Lebensmittel vorzuenthalten. So ermöglichen sie dem Immunsystem des Kindes, eine natürliche Toleranz auszubilden.

 

Tipp:

Kinder mit Allergien und ihre Eltern erhalten beim DAAB unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kostenfrei den Ratgeber „Allergien im Kindesalter“. Unter www.alleleland.de können sich Kinder zusammen mit ihren Eltern durch altersgemäß aufbereitete Informationen klicken.

Das empfiehlt der DAAB, um das Allergierisiko allergiegefährdeter Säuglinge zu senken:

  • Rauchfreie Umgebung.
  • Keine spezielle Diät für Mutter und Säugling, also kein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel aus Angst vor Allergien.
  • Neue Studien belegen, dass der Verzehr von Fisch während der Schwangerschaft, Stillzeit und im Rahmen der Beikost einen vorbeugenden Effekt bezüglich der Allergieentwicklung hat. Fisch sollte deshalb mindestens einmal wöchentlich für Mutter und Kind im Rahmen der Beikost auf dem Speiseplan stehen.
  • Ausschließliches Stillen in den ersten 4 Monaten oder alternativ eine geprüfte hydrolysierte Säuglingsnahrung
  • Start mit der Beikost im Zeitfenster 4. – 6. Lebensmonat, je nach Entwicklung des Kindes.
  • Felltragende Haustiere: Hat das Kind kein familiär erhöhtes Allergierisiko, sind Haustiere kein Problem. Risikofamilien sollten sich jedoch keine Katzen anschaffen.
  • Gutes Raumklima: Lüften Sie regelmäßig und verwenden Sie keine Raumsprays.
  • Führen Sie die von der Ständigen Impfkommission STIKO empfohlenen Schutzimpfungen durch.
  • Benutzen Sie für Ihr Kind Seifen, Cremes und Shampoos, die frei von Duft- und Farbstoffen sind.
  • Vermeiden Sie bei Ihrem Kind Ohrlochstechen in den ersten Lebensjahren und das Tragen von Modeschmuck.
  • Verzichten Sie auf Kinderparfum.

 

 

 

 

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