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„Es klickt, ich lebe“

Christian Schaefer, Medizinjournalist und Präsident der ISMAAP*, erhielt aufgrund einer schweren Aortenklappeninsuffizienz eine mechanische Herzklappe. Damit verbunden ist eine lebenslange medikamentöse Gerinnungshemmung mit einem Vitamin-K-Antagonisten. Bei diesen Medikamenten werden die Gerinnungswerte regelmäßig kontrolliert. Dies kann Christian Schaefer mit einem kleinen, handlichen Messsystem zu Hause oder unterwegs selbst erledigen.

 

Christian Schaefer, Medizinjournalist, hat seit über 30 Jahren eine mechanische Herzklappe

 

Seit wann haben Sie eine mechanische Herzklappe und spüren Sie diese im Alltag?

Die mechanische Aortenklappe habe ich seit über 30 Jahren: Ich wurde damals in Bad Oeynhausen wegen einer schweren Aortenklappeninsuffizienz operiert. Nach der Operation traten jedoch die Herzrhythmusstörungen wieder auf. Daher wurde mir im Jahr darauf ein Herzschrittmacher implantiert. Das Klicken der Herzklappe hörte ich anfangs deutlich, doch je mehr ich sie akzeptierte und mich damit vertraut machte, desto leiser wurde das Klicken für mich.

 

Schränkt die mechanische Herzklappe Sie ein, z. B. beim Sport oder auf Reisen?

Die mechanische Herzklappe schränkt meinen Alltag und die Freizeit mit Sport und Reisen nicht ein – regelmäßiges Walken hält mein Herz fit. Zusätzlich achten wir zu Hause auf eine ausgewogene Ernährung. Natürlich gehört auch das Feiern mit der Familie und Freunden zur Lebensqualität dazu.

 

Seit Ihrer Operation müssen Sie dauerhaft Blutverdünner nehmen. Wie lässt sich das in Ihren Alltag integrieren?

Das Einhalten des therapeutischen Bereichs ist wichtig für den Schutz der mechanischen Herzklappe. Nach der OP wurde ich direkt medikamentös auf einen Vitamin-K-Antagonisten eingestellt. In der Reha erlernte ich sowohl die Handhabung eines Gerinnungsmonitors als auch den Umgang mit Blutverdünnern. Danach stellte mir meine Krankenkasse einen Gerinnungsmonitor zur Verfügung. Ich zählte damals zu den ersten antikoagulierten Patienten, die ihre Gerinnungswerte zu Hause ermittelten. Das gab mir als beruflich Selbstständiger und meiner Familie die Freiheit, unser Leben entsprechend zu gestalten.

 

Ihre Erfahrungen als Herzklappen-Patient und Gerinnungs-Selbstmanager teilen Sie aktiv z. B. in Online-Foren mit. Wie wichtig ist dieser Austausch für Sie und andere Patienten?

Mein Ziel war es, nach meiner OP Herzklappen-Patienten zu unterstützen. Auf meiner Website die-herzklappe.de gibt es ein Forum, das von Patienten mit mechanischer Herzklappe moderiert und von Interessenten intensiv genutzt wird. Patienten kurz vor oder auch nach der Operation erhalten dort wissenswerte Informationen zu verschiedenen Themen und können sich austauschen.

 

Welche Tipps würden Sie anderen Herzklappen-Patienten mit auf den Weg geben?

Das Wichtigste ist, die eigene Situation zu akzeptieren und auf eine eigene, individuelle Art und Weise das Beste daraus zu machen. Soweit möglich, ist eine regelmäßige sportliche Betätigung hilfreich. Mein persönliches Motto: „Es klickt, ich lebe“.

 

*International Self-Monitoring Association of oral anticoagulated Patients

 

 

 

 

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