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Hautprobleme bei Kindern:

Besser abklären als abwarten

Kinder sind dünnhäutig. Das Wort beschreibt nicht nur ihre zarten Seelen, sondern ganz wörtlich ihre Haut: Sie ist dünner als die der Erwachsenen und entfaltet ihre Schutzfunktion erst nach und nach.

 

Auch wenn die Haut eines Neugeborenen schon voll aufgebaut ist, muss sie erst noch heranreifen und funktioniert noch nicht 100-prozentig. Deshalb ist sie nach der Geburt oft mit einem im Volksmund „Käseschmiere“ genannten weißlichen Belag bedeckt: Er schützt vor Feuchtigkeitsverlust und bakteriellen Infektionen.

 

Weil die Haut von Babys und Kleinkindern noch kaum Talg und Schweiß produziert, neigt sie überdies zur Trockenheit. Und wer sie streichelt, merkt auch schnell, dass sie noch völlig frei von Hornhaut ist, auch an Händen und Füßen. Je weicher die Kinderhaut, desto empfindlicher und schutzbedürftiger ist sie auch. Um den Aufbau des natürlichen, gegen Bakterien schützenden Säuremantels und auch eines Fettfilms auf der Haut nicht zu stören, sollten Eltern ihre Babys und Kleinkinder möglichst nicht öfter als zweimal pro Woche baden und auch nur mit lauwarmem Wasser oder milden, rückfettenden Babyprodukten waschen, die auf Duftstoffe, Konservierungsstoffe oder seifenhaltige Zusatzstoffe verzichten.

 

Häufige „Anpassungserscheinungen“

Hautveränderungen sind bei den Kleinen häufiger, als viele meinen, berichtet Hautarzt Prof. Dietrich Abeck vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Oft handele es sich dabei aber lediglich um vorübergehende „Anpassungserscheinungen“ wie beispielsweise die sogenannte „Neugeborenen-Akne“. Sie ist durch hormonelle Umstellungen bedingt und nicht behandlungsbedürftig. Oft stehen hinter Hautausschlägen auch harmlose Impfreaktionen oder eine allergische Reaktion auf ein bestimmtes Pflegeprodukt oder Nahrungsmittel.

 

Auch wenn die Hintergründe in der Regel ganz unspektakulär sind: Ungewöhnliche Hautreizungen, Ausschläge oder auch Pigmente sollten Eltern immer vom Kinder- oder Hautarzt abklären lassen. Blutschwämmchen („Hämangiome“), also die vermehrte Bildung kleiner Blutgefäße in der Haut, zählen zu den häufigsten gutartigen Tumoren im Kindesalter, berichtet Hautarzt Prof. Dietrich Abeck. Sie sind meist harmlos und lassen sich heute gut behandeln. „Wichtig ist, dass der Hautarzt den Typ des Hämangioms genau bestimmt, um zu entscheiden, ob es besser ist, darauf zu warten, dass sich der gutartige Tumor von allein zurückbildet, oder ihn zu entfernen.“

 

 

 

 

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