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Manchmal kann die Lust zur Last werden

Wohl nie zuvor in der Menschheitsgeschichte war der Umgang mit Sexualität offenherziger als heute. Doch trotz dieser Freizügigkeit, bzw. gerade deswegen, kann die Lust mitunter auch zur Last werden.

 

Männern billigt man gemeinhin eher eine ausufernde Sexualität zu als Frauen. Andererseits wird ihnen auch doppelt so häufig eine krankhafte Hypersexualität, auch Sexsucht genannt, attestiert. Als hypersexuell oder sexsüchtig gelten Personen, die extrem viel Zeit auf sexuelle Aktivitäten verwenden, sich selbst oder ihren Mitmenschen damit schaden und erfolglos versuchen, ihr als problematisch empfundenes Verhalten zu ändern. Manchmal geht dieser Kontrollverlust auch mit Depressionen und emotionalen Störungen einher. Für Betroffene ist Sex dann nicht mehr Quell der Zufriedenheit, sondern ähnlich einer Droge der Versuch, negative Emotionen zu vertreiben oder zu kompensieren.

 

Das andere Extrem ist die völlige Lustlosigkeit. Sie kann sowohl psychische Gründe als auch physische Ursachen haben. Bei den psychischen Gründen ist für Männer und Frauen gleichermaßen Stress der Lustkiller Nr. 1. Andere mögliche Gründe sind persönliche Unsicherheiten und/oder mangelndes Vertrauen. Häufig hat Lustlosigkeit aber auch physische Gründe: So kann Frauen die Lust durch ein Ungleichgewicht der Scheidenflora und daraus resultierende Infektionen sowie Operationen oder Geburten vergehen. Während der Wechseljahre drosselt der Organismus außerdem die Produktion von Östrogen, was ebenfalls mit einem bleibenden Verlust der Libido einhergehen kann.

 

Bei Männern können eine ganze Reihe von Erkrankungen auf die Potenz schlagen, z. B. Diabetes, Bluthochdruck, Nieren- oder Leberleiden sowie Schädigungen des Nervensystems. Häufig ist auch die Prostata der Grund für ein unerfülltes Sexualleben: Ist sie angeschwollen, kann es zu Schmerzen während der Ejakulation kommen. Der Schmerz führt zu Angst, die schließlich eine Erektion verhindert. Wurde die Prostata wegen eines Karzinoms komplett entfernt, sind Erektionsstörungen aufgrund von Nervenschäden ebenfalls relativ häufig.

 

Hat die Last mit der Lust psychische Gründe, kann psychotherapeutische Hilfe, eine Paartherapie oder eine professionelle Verhaltenstherapie die zugrunde liegenden Probleme erkennen und lösen. Bei physischen Problemen können eventuell Hilfsmittel oder Medikamente Linderung verschaffen. Vertrauen Sie sich einfach Ihrem Arzt an und sprechen Sie über Ihre Probleme – Sie sind nicht alleine damit!

 

 

 

 

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