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Schlaganfall – Immer mehr Jüngere betroffen

Ob nun Demenz, Typ-2-Diabetes oder Osteoporose – im Alter nimmt das Risiko für viele Krankheiten zu. Eine Erkrankung, die gemeinhin ebenfalls als Alterskrankheit gilt, ist der Schlaganfall. 75 Prozent aller Schlaganfälle treten bei Menschen über 65 auf. Doch seit einigen Jahren beobachten Ärzte auch steigende Fallzahlen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

 

Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt. Hierdurch bricht die Sauerstoffversorgung zusammen und die betroffenen Nervenzellen sterben ab. Mediziner unterscheiden zwei Arten von Schlaganfällen: den ischämischen Schlaganfall, der durch ein Blutgerinnsel in einer Arterie des Gehirns verursacht wird, und den hämorrhagischen Schlaganfall, bei dem ein Blutgefäß im Gehirn reißt. Akute Anzeichen für einen Schlaganfall sind neurologische Ausfälle wie Lähmungserscheinungen und Krampfanfälle, die häufig nur eine Körperhälfte betreffen. Auch starke Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Seh-, Schluck- und Sprachstörungen können auf einen Schlaganfall hindeuten.

 

Ungesunder Lebensstil begünstigt Schlaganfälle

In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Zwar sind drei Viertel der Betroffenen im fortgeschrittenen Alter, d. h. über 65 Jahre alt, es trifft aber auch immer mehr Jüngere. Rund 14.000 Männer und Frauen, die einen Schlaganfall erleiden, sind unter 50 Jahre alt. Die Gründe hierfür vermuten Wissenschaftler im Lebensstil: Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Alkohol und Rauchen könnten einen Schlaganfall schon in jüngeren Jahren begünstigen. Auch die Antibabypille erhöht das Risiko. Kritisch ist diese Entwicklung nicht nur, weil mit dem Alter die Gefahr ohnehin weiter zunimmt, sondern weil auf einen Schlaganfall auch meist weitere folgen. Nur 30 bis 40 Prozent aller Schlaganfallpatienten überleben die ersten fünf Jahre nach dem ersten Anfall.

 

Auch die Jüngsten sind betroffen

Bei angeborenen Herz- oder Gefäßerkrankungen und genetisch bedingten Blutgerinnungsstörungen kann ein Schlaganfall auch schon im Kindesalter auftreten. Häufig ist dann ein akuter Infekt, z. B. mit Windpocken oder Borrelien, der Auslöser. Durchschnittlich erleiden jedes Jahr rund 300 Kinder und Jugendliche einen Schlaganfall. Allerdings handelt es sich hierbei nur um die registrierten Fälle. Die Dunkelziffer könnte hingegen deutlich höher liegen, denn häufig wird ein Schlaganfall gerade bei Kleinkindern gar nicht als solcher erkannt. So tritt ein Drittel dieser Anfälle bereits während der Geburt auf. Diagnostiziert werden sie aber meist erst nach mehreren Monaten, wenn die Symptome schließlich sichtbar werden. Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht: Anders als bei Erwachsenen ist ein Schlaganfall im Kindesalter meist nicht lebensbedrohlich. Manchmal ist das kindliche Gehirn außerdem sogar in der Lage, neurologische Ausfälle auszugleichen, indem Aufgaben von nicht geschädigten Hirnarealen übernommen werden. Diese Fähigkeit zur Kompensation verschwindet mit Einsetzen der Pubertät allerdings allmählich.

 

 

 

 

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