©taramara78_AdobeStock

 

Bronchien im Winter schützen

Der Winter, so schön er mit reichlich Schnee und Sonne auch sein mag, ist anstrengend. Kälte setzt dem Organismus zu: Das Herz muss beispielsweise stärker pumpen, weil der Körper sich von Wärmeverlusten schützt, indem er die Gefäße enger stellt. Das gilt auch für die Bronchien, die sich bei Kälte zusammenziehen. Eisige Luft belastet die Atemwege. Im Winter sind Atemwegsinfekte die Nummer 1 in den Krankheit-Charts. 

 

Die oberen und unteren Atemwege sind von einer Schleimhaut bedeckt, die aus einem Teppich feiner Flimmerhärchen besteht. Zwischen ihnen produzieren Becherzellen einen wässrigen Schleim, der den Flimmerteppich bedeckt. Diese feuchte Schleimschicht hat nicht nur eine schützende, sondern auch eine reinigende Funktion. Denn Krankheitserreger oder Schmutzpartikel bleiben an dem Schleim kleben. Mit synchronen, wellenartigen Schlägen bewegt das sogenannte Flimmerepithel den Schleimteppich nach hinten. Schmutz oder Krankheitserreger werden zum Rachen transportiert, dort in den Magen abgeschluckt und von der Magensäure unschädlich gemacht. Mehr als einen Liter Schleim schlucken wir so täglich ganz nebenbei. Interessanterweise schlagen die Flimmerhärchen der oberen Atemwege – also beispielsweise der Nase – nach hinten, während die Flimmerhärchen der Bronchien nach oben schlagen. Niemand weiß genau, wie das gesteuert wird, aber wenn es funktioniert, bleiben wir gesund.

 

Belastend: Kälte und Trockenheit

Kalte Luft bindet weniger Wasser als warme, deshalb ist die Luft im Winter besonders trocken – sowohl im Freien, wegen der kalten Außentemperaturen, als auch in geschlossenen Räumen durch die zwar warme, aber trockene Heizungsluft. Für die Atemwege ist das eine Herausforderung, denn sie trocknen leichter aus. Das schränkt die Bewegung des Flimmerteppichs ein und damit den Abwehrmechanismen der Schleimhaut.

 

Viren und Bakterien können dann besser eindringen.

Deshalb sind im Winter Erkältungen so häufig.

Jedes Jahr erkranken etwa 15 Millionen Menschen an einer akuten Bronchitis, die meisten in der kalten Jahreszeit. Oft beginnt es mit einem Schnupfen, der im Verlauf der Erkrankung die Etage wechselt und nach unten wandert. Die Folge ist eine akute Bronchitis mit Husten, ihrem quälendsten Symptom. Menschen mit durch Asthma oder COPD bereits vorgeschädigten Atemwegen sind im Winter und in der Erkältungszeit besonders gefährdet. Denn das Zusammenziehen der Bronchien bei Kälte verstärkt ihre Atembeschwerden zusätzlich. 

 

Atemwege vor Kälte schützen

Die Nase ist eine Klimaanlage, ihre Aufgabe ist, die Atemluft zu reinigen und anzuwärmen. Bei kaltem Wetter empfiehlt sich deshalb die Nasenatmung. Zusätzlich können Mund und Nase durch einen Schal geschützt werden. Das wärmt die eingeatmete Luft an und erhöht ihre Feuchtigkeit. Die ist wichtig, damit das Flimmerepithel funktioniert. Befeuchtende Nasensprays unterstützen die oberen Atemwege, eine Inhalation die unteren.

 

Übrigens: Waldluft ist feuchter als Stadtluft – und für einen Winterspaziergang bestens geeignet.

 

 

 

 

Startseite