Bedrohliche Bakterien

Meningokokken sind lebensgefährliche Erreger. Sie können durch Niesen, Husten oder Küssen übertagen werden. Jeder zehnte Erwachsene trägt die Erreger im Nasen- und Rachenraum, ohne selbst daran zu erkranken. Werden sie übertragen, kann es aber gefährlich werden, vor allem für kleine Kinder. Auch Justinas Leben wurde durch eine Meningokokken-Erkrankung auf den Kopf gestellt – seitdem ist nichts mehr wie es war.

 

Justina war eine gesunde 19-Jährige, als sie vor einem Jahr aus dem Nichts an Meningokokken erkrankte. Zunächst quälten sie Kopfschmerzen und Erbrechen. Sie dachte an eine Migräneattacke. Doch in der Nacht bekam sie Fieber, auf der Haut zeigten sich dunkle Einblutungen und ihre Füße schmerzten, fühlten sich dabei sehr kalt an. Nach etwa 24 Stunden wurde sie, bereits sehr schwach, ins Krankenhaus eingeliefert. Der Verdacht stand schnell fest, die endgültige Diagnose folgte etwas später: sie hatte sich mit Meningokokken infiziert. Die junge Frau fiel kurz darauf für acht Tage ins Koma, danach verbrachte sie einen Monat im halbwachen Zustand auf der Intensivstation.

 

Tragische Folge Amputation

Es blieb keine andere Wahl als die Amputation ihrer Unterschenkel. So schnell hatten die Bakterien bereits ganze Arbeit geleistet, es war zu einer schweren Blutvergiftung gekommen. Die Ärzte konnten nur noch ihr Leben retten, indem sie bis zum Knie Füße und Beine abnahmen. Ein schweres Schicksal für die junge Frau, doch sie bekam Unterstützung. „Die Ärzte und Pfleger haben immer das Beste aus meiner Situation gemacht, mich aufgebaut und unterstützt, auch meine Familie und Freunde haben dies getan, das hat mir sehr geholfen“, schildert sie die Zeit im Krankenhaus. Inzwischen hat Justina mit Hilfe von Prothesen wieder laufen gelernt, sie denkt nicht ans Aufgeben. Ganz im Gegenteil: sie studiert jetzt Psychologie und geht so normal wie möglich ihren Alltag an: „ Ich versuche mein Leben so weit es geht, wie früher fortzuführen. Mit meiner Familie und meinen Freunden bin ich noch enger zusammen gewachsen. Ich besuche immer noch Konzerte und gehe mit meinen Eltern wandern – nur nicht mehr auf den steilsten Berg. Zu sehen, dass ich die Dinge noch machen kann, die ich gerne unternehme, ist schön.“

 

Bewusstsein schaffen

Justina möchte über die zwar seltene, jedoch extrem bedrohliche Krankheit aufmerksam machen – gerade weil sie kaum bekannt ist.. Die meisten Menschen sind sich dieser Gefahr nicht bewusst. Für ihre eigene Zukunft wünscht sich die Studentin, dass sie viel reisen und von der Welt sehen kann.

 

Heimtückische Bakterien

Medizinisch nennt man sie „Neisseria meningitidis“. Zum Glück kann man sich gegen alle in Deutschland vorkommenden Meningokokken-Typen impfen lassen. Übertragen werden sie durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten etc.). Mögliche Symptome sind hohes Fieber, Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit. Binnen weniger Stunden kann es lebensbedrohlich werden. Die Erreger lösen eine Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung aus. Die Folgeschäden reichen von Lernschwächen über Gehirnschäden und Hörverlust bis zu Amputationen von Gliedmaßen, nicht selten endet eine Erkrankung sogar tödlich. Fast jeden Tag erkrankt in Deutschland ein Mensch.     

 

 

 

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