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Verdauung braucht manchmal Anregung

Heutzutage ist Mobilität so wichtig wie nie zuvor. Doch bei aller Geschwindigkeit und Hektik kann es passieren, dass etwas anderes zum Erliegen kommt: unsere Verdauung. Die Gründe für eine Verstopfung sind vielfältig und reichen von mangelnder Bewegung bis hin zur krankheitsbedingten Obstipation. Wichtig ist daher, dass Betroffene nicht still leiden, sondern einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären. Nur so kann der Darm wieder gezielt in Schwung und die Verstopfung gelöst werden.

 

Alleine in Deutschland leiden rund 20 Prozent der Bevölkerung an Verstopfung. Und auch wenn eine Verstopfung besonders häufig in fortgeschrittenem Alter auftritt, da der Magen-Darm-Trakt mit den Jahren immer träger wird, sind durchaus auch schon Kinder und Jugendliche betroffen. Ärzte unterscheiden drei Arten der sogenannten Obstipation: die primäre, funktionelle Verstopfung, bei der Betroffene nur selten Stuhlgang haben oder der Stuhl sehr hart ist; die funktionell-organischen Entleerungsstörungen, die durch eine Verkrampfung, Muskelschwäche oder organische Schäden verursacht werden; sowie die sekundäre Verstopfung, die als Symptom anderer Erkrankungen oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente wie beispielsweise Opiate, Antidepressiva, Antiepileptika oder Diuretika auftritt.

 

Verstopfung schonend beheben

Die Fülle der möglichen Ursachen macht es Laien schwer, die Verstopfung gezielt und dauerhaft zu lösen. Dennoch kann in manchen Fällen bereits eine Ernährungsumstellung auf ballaststoff- und faserreiche Kost bei gleichzeitiger reichlicher Flüssigkeitszufuhr für Linderung sorgen. Besonders empfehlenswert sind Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Ebenso können mehr körperliche Aktivität, Sport und gezielte Mobilisierungsübungen dabei helfen, eine Verstopfung zu beheben. Führen diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, können Betroffene auch zu Abführmitteln, den sogenannten Laxativen greifen. Insbesondere bei nur gelegentlich auftretenden Beschwerden wie zum Beispiel der berüchtigten Reise-Verstopfung können diese Mittel schnell zu einer Besserung führen.

 

Keine Scheu vorm Arztbesuch

Bei einer anhaltenden, hartnäckigen Verstopfung sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen und das Problem schildern. Dabei müssen Sie keinerlei Scheu haben. Auch wenn vielleicht nicht sonderlich häufig darüber gesprochen wird, gehören Verdauungsbeschwerden leider für viele Menschen zum Alltag. Ein Arzt kann außerdem erkennen, ob einer Verstopfung vielleicht eine andere Erkrankung zugrunde liegt. So kann der Darm beispielsweise auch durch einen Diabetes mellitus, Parkinson, Multiple Sklerose, eine Schilddrüsenunterfunktion sowie Depressionen aus dem Takt geraten. Hier gilt es, nicht nur das Symptom „Verstopfung“ zu beheben, sondern auch ihre Ursache zu behandeln. Zur besseren Diagnose empfiehlt es sich, über einen Zeitraum von einer oder zwei Wochen ein „Stuhltagebuch“ zu führen. Durch eine solche Dokumentation, in der Häufigkeit, Konsistenz, Farbe, Schmerzen und auch sonstige Beschwerden eingetragen werden können, wird die Diagnose meist erheblich erleichtert. 

 

 

 

 

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