HOEFFEL Fotolia Gruenkohl 848x400px

 © HOEFFEL-Fotolia

Nein, der Winter steht noch nicht vor der Tür – auch wenn der deutsche Sommer da manche Zweifel zulässt. Trotzdem, es geht hier und jetzt um Grünkohl. Denn Oldenburger Forscher haben entdeckt, dass norddeutscher Grünkohl Krebs am besten vorbeugt.

Bislang galt Brokkoli als DAS Anti-Krebsgemüse. Grünkohl war eher in Verbindung mit Pinkel im Gespräch. Doch eine gemeinsame Studie der Universität Oldenburg und der Jacobs University in Bremen offenbarte ganz neue Seiten des Wintergemüses. Zwei Arbeitsgruppen unter der Leitung des Oldenburger Biologen Prof. Dr. Dirk Albach und des Bremer Chemikers Prof. Dr. Nikolai Kuhnert haben sich auf die Suche nach dem schmackhaftesten und gesündesten Grünkohl begeben. Sie suchten nach Grünkohlarten, die besonders arm an Bitterstoffen und besonders reich an krebsvorbeugenden Substanzen sind. Dabei machten sie die erstaunliche Entdeckung, dass manche Grünkohlarten zehnmal mehr krebsvorbeugende Substanzen enthalten als Brokkoli.

Frostara, Neuefehn und Rote Palme
Die besondere Wirkung verdanken diese Grünkohlarten einem hohen Anteil an sogenannten Glucosinolaten. Diese pflanzeneigenen Stoffe sollen den Grünkohl vor gefräßigen Insekten schützen. Sie machen ihn für hungrige Raupen zu einer gefährlichen bis tödlichen Mahlzeit. Menschen dagegen können von diesen Substanzen profitieren. Denn beim Zerkleinern des Kohls werden die Glucosinolate in Senf-
öle umgewandelt. Einige dieser Senföle wirken nachweislich chemopräventiv. Sie können also dabei helfen, Krebserkrankungen vorzubeugen. Besonders einige norddeutsche Grünkohlarten wiesen einen hohen Anteil von solchen besonders gesunden Senfölen auf. Die Ergebnisse der Studie wurden jüngst im renommierten Journal of Agriculture and Food Chemistry veröffentlicht. Erstautor ist Christoph Hahn, Doktorand an der Universität Oldenburg.

Für Salat und Grüne Smoothies
Für Verbraucher dürfte es jedoch derzeit noch schwer erkennbar sein, ob sie sich gerade besonders gesunden Grünkohl in den Einkaufskorb gelegt haben. Denn anders als bei Kartoffeln wird bei Grünkohl der Sortenname im Handel meistens nicht genannt. Dennoch könnten Verbraucher künftig von den Forschungsergebnissen profitieren. Biologe Albach und sein Team sind aktuell damit beschäftigt, die schmackhaftesten und gesündesten Arten miteinander zu kreuzen, um die besten Eigenschaften verschiedener Grünkohlarten miteinander zu vereinen. So soll eine neue Grünkohlsorte entstehen, die das Potenzial hat, sich als Standard am Markt durchzusetzen. Dafür muss sich aber auch die Essgewohnheit ändern, denn die gesunden Inhaltsstoffe bleiben am besten in Salaten erhalten.
Womit wir dann doch wieder im Sommer sind, denn jetzt stehen Salate besonders häufig auf dem Tisch. Warum nicht mal mit Grünkohl? Und in grünen Smoothies macht sich das norddeutsche Kultgemüse ebenfalls gut.

Einige Blättchen frische Minze
Pro Person: 274 kcal (1146 kJ), 24,2 g Eiweiß, 7,5 g Fett, 27,3 g Kohlenhydrate

Tomate kreuzweise einritzen, mit kochendem Wasser überbrühen, abhäuten, halbieren und die Kerne entfernen. Frühlingszwiebeln, Fenchel und Sellerie putzen und waschen. Möhre schälen und waschen. Zwiebel abziehen. Fenchel in Streifen, Frühlingszwiebeln, Sellerie und Möhre in Ringe bzw. in Scheiben, Tomate und Zwiebel in Würfel schneiden. Speiseöl erhitzen und Zwiebel, Möhre, Fenchel und Sellerie darin kurz dünsten.

Hühner- und Gemüsebrühe angießen und aufkochen. Nudeln zufügen und bei milder Hitze ca. 10 Minuten garen. Kurz vor Ende der Garzeit die Tomatenwürfel, Geflügelfleisch sowie Frühlingszwiebelringe dazugeben und mit erhitzen. Zitronensaft und -schale zugeben und den Hühnertopf pikant abschmecken. Mit frischer Minze garniert servieren.

Mehr Infos zur Grünkohlforschung unter:
www.gruenkohl-akademie.de/forschung/15/16375
und www.uni-oldenburg.de/ibu/plant-evol/gruenkohlforschung

 

Startseite