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Fisch sollte, laut Ernährungsempfehlungen, mindesten ein- bis zweimal pro Woche auf dem Tisch stehen. Wer das mit einem guten Gewissen tun möchte, sollte sich informieren, woher der Fisch stammt, ob seine Art gefährdet ist und ob er guten Gewissens aufgetischt werden kann. Oder man wählt gleich Fische, die aus Aquakulturen stammen. Dabei sollte man aber auf das Herkunftsland achten. Als führend in diesem Bereich gilt Norwegen. Warum Aquakultur und wie funktioniert Aquakultur überhaupt?

Lange Zeit galten die Meere und ihr Fischreichtum als unerschöpflich. Doch die modernen Fangmethoden, die steigende Zahl riesiger Fischtrawler haben die Bestände dezimiert. Hinzu kommt der gestiegene Verzehr. Fische wie der Zuchtlachs, die in Wasserfarmen aufwachsen, können zum Artenschutz beitragen und die steigende Nachfrage bedienen. Aquakulturen sind also grundsätzlich eine gute Idee.
Allerdings kommt es darauf an, wie sie betrieben werden.

Fische brauchen Platz
Aquakulturen sind schwimmende Netzgehege, die bis zu 50 Meter tief im Wasser hängen und im Meeresboden verankert werden. Sie können einen Umfang von bis zu 200 Metern besitzen. Meistens besteht eine Aquakulturanlage aus acht bis vierzehn solcher Netzgehege. Wichtig ist, dass eine Meerströmung besteht, die einerseits genügend Sauerstoff transportiert und andererseits den Meeresboden unter den Fischen reinigt. Bislang befinden sich die meisten Aquakulturen in Küstennähe, aber es wird zunehmend an Projekten gearbeitet, die die Farmen offshore, im offenen Meer verankern sollen.

Fische aus nachhaltiger Zucht bevorzugen
Beim Aquakulturen setzt Norwegen Standards. Durch seine Lage in nördlichen, kalten Gewässern, seiner langen Küstenlinie und den zahlreichen Fjorden ist das Land prädestiniert für Fischerei und Fischzucht. Schon früh bemühte man sich um eine nachhaltige Fischproduktion. Es gibt Richtlinien für die Ernährung der Lachse sowie ihre Anzahl pro Gehege. So bleiben die Fische gesund. Vorgaben regeln den Standort der Anlagen, es werden Zwangspausen bei der Neubesetzung der Gehege eingehalten. Und die unangemeldeten Kontrollen der Behörden umfassen nicht nur die Gesundheit der Fische, sondern auch die des Meeresbodens. Mittlerweile wird der Eiweißbedarf der Lachse zu 75 Prozent aus pflanzlichen Quellen und zu 30 Prozent aus marinen Quellen nachhaltig gedeckt und besteht aus Fischresten und Wildfischen, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Das trägt ebenfalls zu einer positiven Umweltbilanz und Ressourcenschonung bei. Zwar senkt die Pflanzenkost den Omega-3-Gehalt der Fische. Trotzdem reichen immer noch 125 Gramm des Lachses aus, um den wöchentlichen Omega-3 Bedarf des Menschen zu decken.

 

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