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Light-Produkte – Gesunde Ernährung leicht gemacht?

Luftig kommen sie daher, fast ätherisch. Wer sich die Verpackung von Light-Produkten  anschaut, wird kaum Bedenken verspüren, ihr Inhalt schlage sich in zusätzlichen Kilos nieder. Ein Versprechen, dem viele Verbraucher nur allzu gerne Glauben schenken: Einer 2017 durchgeführten, repräsentativen Ernährungsumfrage der Techniker-Krankenkasse zufolge greift jeder vierte Deutsche regelmäßig zu Light-Produkten.

 

Bei den über 60-Jährigen ist es sogar jeder dritte. Ganz aufrichtig ist das Geschäft mit dem leichtgewichtigen Sortiment aber leider nicht. Nicht nur die klassischen Dickmacher wie Softdrinks, Chips, Ketchup und Mayonnaise haben eine Light-Variante. Auch Fleisch und Käse kommen mittlerweile gerne im schicken Leichtanstrich daher. Die Zielgruppe für diese Produkte ist relativ gut einzugrenzen: Da wären zum einen die Gesundheitsbewussten, die auf eine ausgewogene Ernährung achten. Zum anderen werden Light-Produkte vor allem von Menschen mit Gewichtsproblemen gekauft. Sie versprechen sich hiervon meist  einen spürbaren Gewichtsverlust. Aber auch zu Recht?

                                                

Manche Hersteller führen Verbraucher bewusst in die Irre

Name und Aufmachung von Light-Produkten suggerieren den Verbrauchern, es handele sich stets um ein kalorienarmes Nahrungsmittel. Das ist jedoch irreführend. Tatsächlich muss nämlich gerade einmal entweder der Gehalt von Fett oder Zucker um mindestens 30 Prozent unter dem Gehalt eines vergleichbaren Produktes liegen, damit der Zusatz „light“ juristisch gerechtfertigt ist. Das bedeutet, dass Hersteller zwar den Fettanteil senken, dafür aber die Menge der Kohlenhydrate erhöhen dürfen. Dann steht zwar „light“ drauf, kalorienarm ist dieses Produkt aber nicht – und schon gar nicht, wenn es sich bei dem angeblichen Fliegengewicht um einen Schokopudding handelt. Gewichtiger sind Light-Produkte in jedem Fall für die Gewinnmargen der Unternehmen, denn gegenüber ihren konventionellen Vettern sind Light-Produkte meist deutlich hochpreisiger.

 

Eine gesunde Ernährung benötigt keine Light-Produkte

Die Stiftung Warentest warnt davor, Light-Produkte als einen Garant für eine gesunde Ernährung anzusehen. Zwar könnten manche Light-Produkte durchaus dabei helfen, das Gewicht leicht zu senken oder zumindest zu halten. Das sei beispielsweise bei fettreduziertem Käse und ebensolcher Wurst der Fall. Anstatt bei den stark verarbeiteten, vermeintlichen Leichtgewichten zuzugreifen, sollten Verbraucher jedoch lieber natürlichen Light-Produkten den Vorzug geben, beispielsweise Wasser, Obst und Gemüse sowie Putenbrust anstatt Schweine- oder Rindersalami. Dadurch lässt sich mit tatsächlich gesunden Lebensmitteln ganz problemlos auch eine fett- und zuckerarme Ernährung umsetzen. Wer dennoch nicht auf Light-Produkte verzichten möchte, der sollte sich zumindest die Zeit nehmen und die Zutatenlisten, Nährwertangaben und Preise leichter und herkömmlicher Produkte miteinander vergleichen. Das dürfte so manche Mogelpackung entzaubern.

 

 

 

 

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