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Ernährung als Schulfach

„Du lernst nicht für die Schule, sondern fürs Leben!“ Manchmal ist diese Mahnung nur schwer nachvollziehbar. Nicht so im Schulfach „Ernährung“.


Jedes siebte Kind in Deutschland ist zu dick. Das ist nicht nur aktuell problematisch, sondern auch langfristig. Denn das Risiko dieser Kinder, später an Diabetes, Bluthochdruck oder Fettleibigkeit zu erkranken, ist deutlich erhöht. Ein Schulfach Koch- und Ernährungskunde könnte dabei helfen, Kindern und Jugendlichen das nötige Wissen und die Fähigkeiten zu vermitteln, um für sich selbst einen gesunden Lebensstil zu entwickeln.


Kritiker lehnen diese Idee mit dem Verweis ab, zumindest die Theorie der gesunden Ernährung werde bereits in anderen Fächern vermittelt. Die Arbeitsbelastung für Lehrer sei zudem ohnehin schon enorm. Außerdem sei die Schule als staatliche Institution nicht dazu geeignet, den Bürgern in ihr Essverhalten reinzureden – auch nicht den ganz kleinen. Stattdessen käme es darauf an, das Gefühl für den eigenen Körper und seine Signale zu stärken.


Doch gerade die Ermächtigung zur Eigenverantwortlichkeit ist ja das Ziel eines Schulfachs „Ernährung“. Denn ohne eine verantwortungsvolle kulinarische Anleitung – und die findet heute leider immer seltener im Kreise der Familie statt – sind Kinder vor allem den Einflüsterungen der Industrie und ihrer Werbeabteilungen ausgesetzt. Und deren grundlegendes Interesse ist nun mal nicht die Gesundheit des Einzelnen, sondern dessen Geld. Das hat uns die Schule des Lebens bereits eindrücklich gelehrt.

 

 

 

 

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