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Was schmerzende Gelenke mit gesunder Ernährung zu tun haben

Einst galt Gicht als Wohlstandskrankheit, die vor allem Adlige und den Klerus befiel. Nur sie aßen genug Fleisch und tranken so viel Alkohol, dass sie an der Stoffwechselstörung erkrankten. Heutzutage ist beides reichlich verfügbar, weshalb es nicht verwundert, dass mittlerweile etwa 2 Prozent der Bevölkerung an erhöhten Harnsäurewerten leiden.


Häufig treten die ersten Symptome nach einem Festschmaus oder einem feuchtfröhlichen Abend auf: Ein oder mehrere Gelenke, meist der große Zeh oder der Daumen, schmerzen und sind geschwollen. Der Grund sind kleine Kristalle aus Harnsäure, die sich zunächst in den Gelenken, später auch in den Nieren und der Haut ablagern. Die Folge sind schwere und schmerzhafte Gelenkentzündungen bzw. Nierensteine, wenn erst die Nieren betroffen sind.

 

Die Gicht hat ihre Zielgruppe

Die Diagnose trifft vor allem Männer zwischen dem 40. und dem 60. Lebensjahr. Nur 20 Prozent der Betroffenen sind weiblich. Forscher vermuten daher, dass die weiblichen Geschlechtshormone einen gewissen Schutz vor Gicht bieten. Auch die Gene spielen eine Rolle: Manche Menschen haben eine angeborene Neigung zu einem erhöhten Harnsäurespiegel. Gerade derart vorbelastete Menschen sollten auf ausreichend Bewegung und ein nicht zu hohes Gewicht, die Blutfett- und Blutzuckerwerte sowie eine ausgewogene Ernährung achten. Diese Faktoren beeinflussen nämlich maßgeblich das Risiko, an Gicht zu erkranken, und die Schwere der Symptome.

 

Eine Ernährungsumstellung verspricht Linderung

Bei der Zusammenstellung des Speiseplans sollten Gichtpatienten vor allem den Puringehalt einzelner Nahrungsmittel beachten. Eine Gicht entwickelt sich nämlich nur bei einer dauerhaft erhöhten Konzentration von Harnsäure im Blut. Und diese Konzentration wird wiederum maßgeblich vom Puringehalt der verzehrten Nahrungsmittel bestimmt. Während daher früher eine strikte Diät verordnet wurde, legen neuere Forschungsergebnisse den Schluss nahe, dass eine normale, aber ausgewogene Ernährung das Risiko für Gicht bereits deutlich senken kann.

 

Manche Nahrungsmittel fördern Gicht

Fleisch, Wurst, Innereien und fetter Fisch sollten dennoch nur in Maßen genossen werden, da sie sehr viel Purin enthalten. Unbedenklich sind hingegen Käse, Butter oder Joghurt. Pflanzliche Lebensmittel können zwar auch einen relativ hohen Puringehalt aufweisen, allerdings scheint sich der nicht so sehr auf den Harnsäurespiegel im Blut auszuwirken. Wegen ihrer ansonsten wertvollen Inhaltsstoffe überwiegt ihr positiver Einfluss. Auch bei Fruktose ist Zurückhaltung geboten: Zwar sollen Gichtiker weiterhin Obst essen, aber nicht mehr als zwei Portionen pro Tag. Gänzlich tabu sollte nach Möglichkeit Alkohol sein. Vor allem Bier und Hochprozentiges beeinflussen den Harnsäurewert extrem stark. Empfehlenswert sind dagegen Vitamin C und Kaffee. Beide bieten nachweislich einen gewissen Schutz vor Gicht. Gesundheit und Genuss lassen sich also auch als Gichtiker durchaus verbinden.

 

 

 

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