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Bewegung gegen Diabetes

Mit etwa 425 Millionen Betroffenen weltweit gehört Diabetes mellitus zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen – und es zeigt sich ein stetiger Anstieg der Neuerkrankungen. Diese Entwicklung wird wesentlich durch einen westlichen Lebensstil, d. h. durch kalorienreiche Ernährung und das Fehlen von regelmäßigen sportlichen Aktivitäten verursacht.

 

Um dem entgegenzuwirken, sind vielfältige Therapiekonzepte erforderlich. Körperliche Aktivität zählt dabei zu den wichtigsten Maßnahmen hinsichtlich Prävention und Behandlung von Diabetes mellitus. Vor allem in der Behandlung des Typ-2-Diabetes ist Bewegung schon seit Langem ein wichtiger Bestandteil. Hinzu kommen zusätzlich gesunde Ernährung und medikamentöse Therapie, um den Blutzuckerwert langfristig in den Griff zu bekommen.

 

Sport ist ähnlich effektiv wie Medikamente

Die American Diabetes Association bezeichnet körperliche Aktivität als einen „important part of the diabetes management plan“, d.h. als einen wichtigen Teil des Diabetesmanagements. Es wird davon ausgegangen, dass Sport und Bewegung eine nahezu vergleichbare Wirkung wie die medikamentöse Therapie haben und damit positive Effekte auf den Therapieverlauf und die Lebensqualität.

Es muss jedoch geklärt werden, inwiefern die sportliche Betätigung ggf. Risiken für DiabetikerInnen birgt. Daher sollten bei der Ausübung von Sport mögliche Begleit- und Folgeerkrankungen wie Herz-, Nierenkrankheiten oder Sehstörungen berücksichtigt werden. Generell wird ein auf individuelle Bedürfnisse abgestimmtes Training empfohlen. Im Allgemeinen spricht aber kaum etwas gegen Sport bei Diabetes.

 

Geeignete und ungeeignete Sportarten

Das Ergebnis des Trainings wird von verschiedenen Faktoren wie Umfang, Häufigkeit und Intensität der Belastung maßgeblich beeinflusst. So sind mehrere kürzere Trainingseinheiten effektiver als wenige und dafür längere Einheiten. Gezieltes Ausdauertraining ist der bedeutendste Ansatz zur Therapie von Erkrankungen wie Diabetes. Besonders geeignet ist Ausdauersport wie Fahrradfahren, Joggen und Schwimmen. Es werden mindestens 150 Minuten Ausdauertraining pro Woche empfohlen, verteilt auf mindestens drei Tage, sowie zusätzliches Krafttraining mit 12 bis 15 Wiederholungen pro Übung.

Sportarten wie Klettern, Tauchen, Paragliding, Surfen oder Bodybuilding sollten nicht ausgeübt werden; auch Extremsportarten sind zu meiden, da diese zu Unterzuckerung führen können. Dies gilt insbesondere für Typ-1-DiabetikerInnen, da diese auf gleichmäßige Insulininjektionen angewiesen sind. 

 

Bewegung in den Alltag  integrieren

Es muss nicht unbedingt der Halbmarathon in unter zwei Stunden sein. Schon zehn Minuten mehr Bewegung am Tag haben eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und die Gesundheit. Neben den klassischen Empfehlungen „Treppe statt Aufzug“ und „Fahrrad statt Auto“ kann man eine Station früher aus dem Bus aussteigen, beim Zähneputzen z. B. Kniebeugen machen oder bei der Lieblingsserie Sportübungen absolvieren. Jede Bewegung zählt!

 

Vorsorge und Therapie

Unter Beachtung gewisser Vorsichtsmaßnahmen und durch individuelle Trainingsprogramme kann Sport zu einem positiven Krankheitsverlauf bei Diabetes beitragen und das Risiko von diabetischen Folgeschäden erheblich senken.

 

 

 

 

 

 

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