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Seine Laborwerte richtig lesen!

Um Diabetes sicher zu diagnostizieren, müssen in der Regel mehrere Untersuchungen und in der Folge weitere Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden. Bei Verdacht auf Diabetes führen Ärzt*innen für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin die erforderlichen Blutuntersuchungen durch bzw. wird der Patient an einen Diabetologen oder in ein auf Diabetes spezialisiertes Zentrum überwiesen. Manchmal wird im Rahmen anderer Untersuchungen zufällig ein erhöhter Blutzuckerspiegel festgestellt.

 

Der Blutzuckerwert kann in „Millimol pro Liter“ (mmol/l) oder „Milligramm pro Deziliter“ (mg/dl) angegeben werden. Die Blutzuckernormalwerte werden im nüchternen Zustand gemessen. Das bedeutet, dass vor dem Test mindestens 8 Stunden nichts gegessen und nur Wasser getrunken werden darf.

 

Die normalen Blutzuckerwerte liegen bei nüchternem Magen bei 60-100 mg/dl (3,3-5,5 mmol/l).

 

Nach einer Mahlzeit steigen sie auf Werte zwischen 90 und 140 mg/dl (5,0-7,8 mmol/l) an.

 

Diabetes mellitus liegt vor, wenn eines der nachfolgenden Kriterien vorliegt:

  • Nüchternblutzucker ≥ 126 mg/dl (6,9 mmol/l) oder
  • Blutzucker ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) zwei Stunden nach der Gabe von 75 Gramm (g) Glukose oder
  • Blutzucker ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) bei einer zufälligen Blutentnahme

 

Oraler Glukose-Toleranztest

Dieser wird bei unklarem Befund, widersprüchlichen Ergebnissen und bei Verdacht auf Schwangerschaftsdiabetes durchgeführt. Hierfür wird zunächst der Nüchtern-Blutzuckerwert bestimmt, anschließend trinkt der Patient eine glukosehaltige Lösung. Zwei Stunden später wird der Blutzuckerwert erneut bestimmt. Ein Wert zwischen 140 und 199 mg/dl (7,7-11,0 mmol/l) bedeutet eine gestörte Glukosetoleranz; es liegt aber noch kein Diabetes vor.

Ein Blutzuckerwert von ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) nach Ablauf der zwei Stunden weist Diabetes mellitus nach.

 

HbA1c-Wert (Langzeitzuckerwert)

Der HbA1c-Wert spiegelt den Langzeitzuckerwert wider,  d.h. die mittlere Blutzuckereinstellung der vergangenen  6 bis 8 bzw. 8 bis 10 Wochen (Blutzuckergedächtnis). Der Wert ist ein guter Kontrollwert für Arzt und Patienten, da er anzeigt, wie gut der Blutzuckerspiegel in diesem Zeitraum eingestellt war. Der Langzeitzuckerwert gibt somit Aufschluss über den langfristigen Krankheitsverlauf und ist daher ein Standard-Parameter zur Langzeitkontrolle. Der HbA1c-Wert ist umso höher, je öfter und länger die Blutzuckerwerte erhöht sind.

Der Normwert liegt bei gesunden Menschen bei 5 bis 6%  (5% sind etwa 30 mmol/mol). Die Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt bei Typ-2-Diabetes HbA1c-Werte zwischen 6,5 und 7,5% (48-58 mmol/mol).

 

 Angestrebte Therapieziele

Ziele einer Diabetestherapie sind vor allem Symptomfreiheit bei guter Lebensqualität sowie das Vermeiden von Komplikationen wie Unterzuckerung und von Folgeerkrankungen. Neben Blutzucker und HbA1c sollten u.a. auch der Blutdruck und die Blutfettwerte bestimmt werden.

 

HbA1c: < 6,5-7,5% (unter Vermeidung von Unterzuckerungen und Gewichtszunahme)

Blutzucker nüchtern/vor den Mahlzeiten: 90-120mg/dl  (4,9 mmol/l-6,6 mmol/l)

Gesamtcholesterin: < 180 mg/dl

LDL-Cholesterin: < 100 mg/dl

HDL-Cholesterin: Frauen > 48 mg/dl, Männer > 40 mg/dl

Triglyceride: < 150 mg/dl

Blutdruck: < 140/80 mmHg

Eiweißausscheidung im Urin < 20 mg/l

 

Bitte beachten Sie: Einzelne Laborwerte sind meistens nicht aussagekräftig und sollten daher immer zusammen mit anderen Werten und dem zeitlichen Verlauf von einem Arzt beurteilt werden.

 

 

 

 

 

 

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