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Diabetes: Unterschiede zwischen Frauen und Männern!

Frauen und Männer ticken bekanntlich anders. Das trifft auch auf viele Krankheiten und Stoffwechselprozesse zu. So gibt es beispielsweise geschlechtsspezifische Unterschiede bezüglich Lebensstil, Ernährung, Entwicklung, Therapie und Verlauf von Diabetes mellitus. Aus diesen Faktoren ergeben sich unterschiedliche Strategien für die Patienten.

 

Unterschiedliche Diagnose

Bereits die Diagnose „Diabetes mellitus“ verdeutlicht die Unterschiede zwischen Frauen und Männern, denn sie wird bei Männern in der Regel früher gestellt. Bei Männern wird der erhöhte Nüchternblutzucker zum Nachweis herangezogen. Bei Frauen ist dieser Wert häufig noch im Normalbereich, auch wenn bereits eine Vorstufe von Diabetes vorliegt, sodass bei Frauen die Frühdiagnostik mittels oralem Glukosetoleranztest erfolgt.

 

Ein dicker Bauch erhöht das Diabetesrisiko bei Männern

Männer haben ein allgemein höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken. Entscheidend für das Diabetesrisiko ist nämlich die Verteilung des Körperfetts. Während Frauen Fett vor allem an Hüfte und Oberschenkeln speichern, setzen Männer das gesundheitsschädlichere Bauchfett an. Dabei gilt: Je  dicker der Bauch ist, desto größer ist das Risiko, an Diabetes zu erkranken, denn die Fettzellen am Bauch sind stoffwechselaktiv und können zahlreiche Prozesse im Körper negativ beeinflussen. Der Bauchumfang sollte bei Männern weniger als 101 Zentimeter und bei Frauen maximal 87 Zentimeter betragen.

 

Frauen ernähren sich gesünder,  aber Männer nehmen leichter ab

Die richtige Ernährung hilft, überschüssiges Bauchfett zu reduzieren. Männer sollten sich daher an dem oft gesünderen Ernährungsstil von Frauen orientierten. Hier sind Männer auch klar im Vorteil, denn sie nehmen in der Regel durch eine Ernährungsumstellung und Sport schneller ab als Frauen.

Stichwort Sport:  Frauen sind körperlich weniger aktiv als Männer, doch Bewegungsmangel kann zu Übergewicht führen und beides begünstigt die Entstehung von Diabetes. Jedoch profitieren Frauen schon von einem leichten Training, bei Männern wirkt sich dagegen eine höhere Bewegungsintensität positiv auf die Gesundheit – und damit auf die Reduktion des Diabetesrisikos – aus.

 

Stress und Menopause als Risikofaktoren bei Frauen

Auch psychosozialer Stress sowie Schlafmangel erweisen sich als bedeutsame Risikofaktoren bei der Entstehung und dem klinischen Bild von Diabetes, und zwar vor allem bei Frauen. Frauen sind  durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen in gewissem Maße vor Diabetes geschützt. Nach der Menopause, wenn weniger Östrogen produziert wird, steigt das Diabetesrisiko jedoch an.

 

Unterschiedliche Begleiterkrankungen

Begleiterscheinungen von Diabetes sind bei Frauen oft stärker ausgeprägt; so sind sie häufiger von Unterzuckerungen betroffen und leiden stärker unter Nebenwirkungen durch Medikamente. Frauen haben zudem ein höheres Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle.  Nervenschäden als Folge von Diabetes treten dagegen häufiger bei Männern auf.

 

Diese Fülle an Unterschieden zeigt, dass Gender-Aspekte auch bei Krankheiten wie Diabetes berücksichtigt  werden müssen. Grundsätzlich müssen natürlich beide Geschlechter in gleicher Weise eine optimale Vorsorge und Therapie erhalten.

 

 

 

 

 

 

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