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Bei schwerer Über- oder Unterzuckerung:

Bitte sofort die 112 wählen!

Diabetiker können durch Maßnahmen wie Ernährungs-, Bewegungs- und medikamentöse Therapie in der Regel ein beschwerdefreies Leben führen. Es kann jedoch zu einer Entgleisung ihrer Blutzuckerwerte kommen, beispielsweise weil die Medikamente zu hoch dosiert wurden oder vergessen wurde, sie einzunehmen. Dann können Diabetiker in einen Zustand der Unter- oder Überzuckerung geraten. 

 

Diese Blutzuckerentgleisungen können leichte, aber auch gefährliche Komplikationen verursachen. Dann muss umgehend gehandelt und der Notarzt gerufen werden, um lebensbedrohliche Situationen zu vermeiden, vor allem dann, wenn die betroffene Person verwirrt ist oder ohnmächtig wird. Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie oder „Hypo“) liegt vor, wenn der Blutzucker unter 50 mg/dl (2,8 mmol/l) absinkt. Bei einer Überzuckerung (Hyperglykämie) liegt der Glukosespiegel > 250 mg/dl (13,9 mmol/l). 

 

Handeln bei Unterzuckerung 

Bei einer Unterzuckerung muss der Blutzucker rasch angehoben werden, denn der Organismus, vor allem das Gehirn, benötigt für eine normale Funktion ausreichend Glukose. Mögliche Auslöser einer Hypo sind das Auslassen/Vergessen von Mahlzeiten, intensive körperliche Anstrengung ohne zusätzliche Kalorienzufuhr, versehentliche Insulininjektion, Fehler in der Berechnung der Insulindosis und/oder der Kohlenhydratmenge. Warnzeichen sind Zittern, Schwitzen, Benommenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwäche, Sprach- oder Sehstörungen, Störungen der Koordination (z.B. Wanken), Schwindel sowie auch Verwirrtheit und Aggressivität. Hier muss rasch gegengesteuert werden, um einen weiteren Blutzuckerabfall mit Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen oder hypoglykämischem Koma zu verhindern. 

 

Bei leichten Formen der Hypoglykämie  können sich die Betroffenen durch die Zufuhr von Kohlenhydraten selbst helfen. In schwereren Fällen ist ein Diabetiker jedoch auf die Hilfe von anderen angewiesen. Erfolgt  diese nicht, kann  es  zur Bewusstlosigkeit  kommen.  Wichtige Maßnahme bei Unterzuckerung ist die Zufuhr von Traubenzucker, Limonade oder Fruchtsäften (jedoch keine kalorienreduzierten Getränke mit Süßstoffen).  Hat der Patient bereits das Bewusstsein verloren, darf keine Flüssigkeit eingeflößt werden, da diese in die Luftröhre gelangen könnte.

 

Sofortmaßnahmen bei Überzuckerung

Eine Überzuckerung kann über einen längeren Zeitraum schwerwiegende Folgeerkrankungen begünstigen und ebenfalls lebensgefährlich werden. Anfangs äußert sie sich durch schwere Atmung, starken Durst, Bewusstseinseintrübung, taumelnden Gang, im weiteren Verlauf kann es zum diabetischen Koma, Bewusstlosigkeit und Herzrhythmusstörungen kommen. Sofortmaßnahmen bei Werten >250 mg/dl sind die Korrektur des Blutzuckers mit kurzwirkendem Insulin. Der Betroffene sollte viel Wasser trinken (wenn er schlucken kann, sollte ihm Flüssigkeit ohne Zucker verabreicht werden) und jede körperliche Anstrengung vermeiden.  

 

Ob schwere Hypo- oder Hyperglykämie…

… es muss stets umgehend der Notarzt unter 112 verständigt werden,  insbesondere dann, wenn die betroffene Person verwirrt ist oder ohnmächtig wird. Auch bei Erbrechen und drohendem Koma muss sofort eine Behandlung im Krankenhaus erfolgen. Während der Wartezeit sollte der Patient in die stabile Seitenlage gebracht werden. 

 

 

 

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