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Schilddrüsenerkrankungen bei Diabetes

Die Schilddrüse ist zwar nur ein kleines Organ, aber ein wichtiger hormoneller Schrittmacher. Ihre geringe Größe steht im Gegensatz zu ihrer großen Bedeutung für den menschlichen Organismus, denn die von der Schilddrüse produzierten Hormone steuern zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Nicht zuletzt hängt auch die seelisch-geistige Verfassung stark von der Funktion der Schilddrüse ab.

 

Bereits leichte Schilddrüsenveränderungen können erhebliche Probleme wie depressive Verstimmung, Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit und Gedächtnisschwund verursachen. Weitere Symptome sind Gewichtszunahme oder -abnahme, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Empfindlichkeit gegenüber Kälte und trockene Haut. Eine Schilddrüsendysfunktion beeinflusst darüber hinaus den Glukosestoffwechsel und kann den Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht bringen. Für Diabetiker ist eine gut funktionierende Schilddrüse daher enorm wichtig, was jedoch immer noch vielfach unterschätzt wird.

 

Viele Menschen leiden an Diabetes und auch Fehlfunktionen der Schilddrüse sind häufig. Zwischen Diabetes und Schilddrüsenerkrankungen gibt es dabei ein erhebliches Zusammenwirken, was vielfach aber nicht bekannt ist. So werden bei Diabetikern überdurchschnittlich häufig auch an Störungen der Schilddrüse nachgewiesen: Bei Patienten mit Typ-1-Diabetes treten gehäuft Schilddrüsendysfunktionen auf und Typ-1-Diabetiker sowie auch Frauen mit Typ-2-Diabetes nach den Wechseljahren erkranken deutlich häufiger an der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis.

 

Über- und Unterfunktion der Schilddrüse wirkt sich unterschiedlich aus

Funktionsstörungen der Schilddrüse werden in Über- oder Unterfunktion eingeteilt. Eine Schilddrüsenunterfunktion verringert den Bedarf an Insulin und die Glukose wird langsamer oder weniger aufgenommen. Der Blutzuckerspiegel sinkt und es kann zu einer gefährlichen Unterzuckerung kommen. Eine Schilddrüsenüberfunktion führt dagegen zu erhöhten Blutzuckerwerten und Blutzuckerschwankungen.

Ein Zusammenhang mit einer Schilddrüsendysfunktion wird jedoch oft erst spät erkannt und die schlechten Werte werden stattdessen auf eine unzureichende Blutzuckereinstellung zurückgeführt.

 

Regelmäßige Untersuchung der Schilddrüse gehört zum Pflichtprogramm für Diabetiker

Schilddrüsenerkrankungen können jahrelang ohne Symptome unbemerkt bleiben und erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden verursachen. Es kann aber bereits eine leichte, noch nicht diagnostizierte Unterfunktion bestehen, sodass bei unklaren Unterzuckerungen immer eine Schilddrüsenstörung in Betracht gezogen werden sollte. Für Diabetiker empfiehlt es sich deshalb, ihre Schilddrüsenwerte mindestens einmal jährlich bestimmen zu lassen und grundsätzlich dann, wenn die Blutzuckerwerte schwanken; auch eine Ultraschalluntersuchung des Organs sollte erfolgen. Kann die Schilddrüsenfunktion wieder normalisiert werden, treten meist auch Unter- oder Überzuckerungen nicht mehr so häufig auf. Somit ist eine normale Schilddrüsenfunktion von wesentlicher Bedeutung, um die Stoffwechsellage bei Diabetikern zu stabilisieren und um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden.

 

 

 

 

 

 

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