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Auswirkung von Diabetes auf die Psyche

Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus wirken sich nicht nur auf den Körper bzw. Stoffwechsel aus, sondern stellen häufig auch eine erhebliche psychische Belastung dar.

 

So hat sich gezeigt, dass bei Diabetikern das Risiko für Depressionen doppelt so hoch ist wie bei stoffwechselgesunden Menschen. Diese psychischen Begleiterkrankungen, zu denen z.B. auch Essstörungen gehören, müssen bei der Behandlung des Diabetes neben der adäquaten Blutzuckerkontrolle ebenfalls berücksichtigt werden.

 

Die Diagnose „Diabetes mellitus“ hat weitreichende Konsequenzen für das Leben der Betroffenen, da die Erkrankung mit einer enormen Veränderung der Lebensweise hinsichtlich Alltag, Familie, Partnerschaft, Sexualität, Berufstätigkeit und Freizeit einhergeht und somit die Lebensqualität und das körperliche Wohlbefinden  wesentlich beeinflusst. Die Behandlung erfordert eine andauernde und lebenslange Anpassung an den Alltag und damit ein hohes Maß an Selbstdisziplin, sodass die Balance zwischen dem Umgang mit der Erkrankung und deren Integration in andere Lebensbereiche eine tägliche Herausforderung darstellt.

 

Hinzu kommen Vorurteile oder soziale Ausgrenzung durch das Umfeld. Durch diese außerordentlichen Anforderungen können die persönlichen Belastungsgrenzen auch einmal überschritten werden – mit psychischen Problemen als mögliche Begleit- oder Folgeerkrankung, wie Depressionen, Suchterkrankungen, Angststörungen, sexuelle Funktionsstörungen und Essstörungen.

 

So leiden Diabetiker, vor allem Frauen, wesentlich häufiger an Depressionen als Nicht-Diabetiker; etwa jeder dritte Betroffene weist eine erhöhte Depressivität auf. Und insbesondere bei jungen Frauen mit Typ-1-Diabetes ist das Risiko für Essstörungen wie Bulimia nervosa im Vergleich zu gesunden Altersgenossinnen erhöht.

 

Psychische Probleme erschweren das Diabetes-Management

Bei der Behandlung von Diabetikern steht vor allem die Kontrolle der Blutzuckerwerte im Vordergrund, während die seelische Belastung eher selten beachtet und oftmals zunächst auch gar nicht erkannt wird. Psychische Störungen können sich jedoch negativ auf die Therapie und damit auf die Prognose des Diabetes auswirken. Denn Diabetiker müssen ihre Therapie selbstständig steuern, was aufgrund psychischer Störungen möglicherweise nicht gelingt.

 

Werden psychische Belastungen also nicht erkannt und behandelt, kann die Blutzuckereinstellung unzureichend sein und aufgrund des schwankenden Blutzuckerspiegels kommt es deutlich früher zu Folgeschäden an Augen, Nieren oder Nerven, was mit einer verkürzten Lebenserwartung einhergeht. Wird eine psychische Störung aber rechtzeitig behandelt, werden die Häufigkeit von Erblindung, Nervenschädigungen sowie andere Komplikationen und die Sterblichkeit des Diabetes dagegen gesenkt.

 

Psychosoziale Unterstützung in Anspruch nehmen

Für eine erfolgreiche Therapie des Diabetes ist es somit wichtig, auch den psychosozialen Faktoren im Rahmen der Behandlung Beachtung zu schenken. So kann sich z.B. durch eine Psychotherapie der Gesundheitszustand von Diabetikern, die unter Depressionen oder Angststörungen leiden, deutlich verbessern. Wichtig ist zudem ein aktiver Umgang mit der Erkrankung z.B. durch den Austausch mit anderen Betroffenen.

 

 

 

 

 

 

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