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Diabetesmanagement und Selbstkontrolle

Diabetes mellitus Typ 2 zählt weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und die Anzahl der Neuerkrankungen steigt stetig an. Neben der medikamentösen Therapie ist das Selbstmanagement ein wichtiger Teil der Behandlung, um Folgeerkrankungen möglichst zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern und aufrechtzuerhalten.

 

Jeden Tag planen, zu hohe und zu niedrige Glukosewerte richtig behandeln etc.: Diabetes im Alltag zu managen kann eine enorme Herausforderung sein. Diabetiker möchten ihre Erkrankung jedoch besser kontrollieren, ohne ständig über ihre Erkrankung nachdenken oder den Tag genau durchtakten zu müssen.

Die gute Nachricht: Chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus können durch Eigenkompetenz und ein gutes Selbstmanagement gut bewältigt werden. Selbstmanagement bedeutet, mittels Selbstbeobachtung, Selbstinstruktion und Selbstkontrolle eigene Belange zu erkennen, die Erkrankung zu verstehen und die Maßnahmen umsichtig zu planen und zu organisieren.

Dies kann wesentlich dazu beitragen, auch mit einer chronischen Erkrankung ein unabhängigeres und eigenständigeres Leben zu führen. So verbessern z.B. sogenannte Disease-Management-Programme (DMP) die medizinische Versorgung von Diabetikern und allgemein von chronisch Kranken. Patienten, die an DMP teilnehmen, wissen mehr über ihre Erkrankung, gehen bewusster damit um und wirken aktiv an der Behandlung mit. DMP verhelfen chronisch Kranken einerseits zu einer intensiveren Betreuung durch den Arzt, andererseits wird durch eine stärkere Einbindung des Patienten in den Behandlungsprozess mehr Wissen über die Erkrankung und somit ein optimiertes Selbstmanagement ermöglicht.

 

Digitales Management spielt zunehmend eine Rolle

Neben DMP gewinnen zunehmend auch moderne Kommunikationsplattformen und Diabetes-Apps für die Schulung und Unterstützung von Diabetikern und die Wissensvermittlung für Ärzte und Betreuungspersonal an Bedeutung. So können Apps Menschen mit Diabetes dabei unterstützen, regelmäßig und zur richtigen Zeit ihren Blutzucker zu messen. Die gemessenen Blutzuckerwerte können vom Blutzuckermessgerät automatisch in die Diabetes-App übertragen werden. Im Falle eines kritischen Messwerts (Unter- oder Überzuckerung) leuchtet ein deutlicher Warnhinweis auf und es wird eine Handlungsempfehlung angezeigt, um den Blutzucker wieder zu stabilisieren. Eine Diabetes-App kann darüber hinaus auch wiederkehrende Muster im Blutzuckerverlauf erkennen, den Nutzer darüber informieren und praktische Tipps für bessere Messwerte geben – und wie das Muster durchbrochen werden kann. Ebenso kann das Blutzucker-Tagebuch mit einer App vereinfacht werden, indem zu jedem Messwert Informationen hinzugefügt werden, wie sportliche Aktivitäten, eingenommene Medikamente oder Mahlzeiten. Damit gestalten Diabetiker ein persönliches digitales Blutzuckertagebuch, das auch per E-Mail an den Arzt verschickt werden kann.

 

Fazit: Neben einer umfassenden Diabetesschulung und einer Teilnahme an Disease-Management-Programmen ist für Diabetiker ein gutes Selbstmanagement sehr wichtig. Auch wenn persönliche Schulung und Beratung nicht ersetzt werden können, leisten hier zunehmend eLearning-Maßnahmen und Apps eine wichtige und effektive Unterstützung.

 

 

 

 

 

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