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Diabetes und Metabolisches Syndrom

Das metabolische Syndrom, das auch „Wohlstandssyndrom“ genannt wird, ist eine Kombination aus Übergewicht mit bauchbetonter Fettverteilung, ungünstigen Blutfettwerten, Bluthochdruck und Anzeichen eines beginnenden Diabetes mellitus. Diese vier Risikofaktoren bringen erwiesenermaßen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall mit sich.

 

Das metabolische Syndrom ist hauptsächlich eine Folge des heutigen Lebensstils wie Bewegungsmangel, vorwiegend sitzende Berufstätigkeit und einem hohen Angebot an kalorienreichen Nahrungsmitteln.

 

Typ-2-Diabetes und der „Wohlstandsbauch“

Die beim metabolischen Syndrom auftretende Insulinresistenz stellt eine Vorstufe des Typ-2-Diabetes dar. Das wird als Prädiabetes bezeichnet. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich über die Jahre daraus ein Typ-2-Diabetes entwickelt, liegt bei bis zu 70 Prozent.

Ein Großteil der Patienten (85 Prozent) mit metabolischem Syndrom ist übergewichtig, wobei sogenannte „Apfeltypen“ mit erhöhtem Bauchumfang stärker gefährdet sind als „Birnentypen“, bei denen Fettpolster im Gesäßbereich und an den Oberschenkeln zu finden sind. Hüftbetonte Fettdepots sind demnach weniger gefährlich als bauchbetonte Fettdepots.

 

Das Bauchfett ist sehr stoffwechselaktiv und beeinflusst den Fett- und Zuckerstoffwechsel negativ. Bereits ein Bauchumfang von mehr als 94 Zentimetern bei Männern und 80 Zentimetern bei Frauen gilt als kritisch. Ursache für die Entstehung von Fettdepots im Bereich des Bauches sind vor allem Bewegungsmangel bei erhöhter Kalorienzufuhr. Durch einen dicken „Wohlstandsbauch“ wird es wiederum schwieriger, körperlich aktiv zu sein, denn die Fettpolster wirken als Bewegungsbremse.

 

Basistherapie: gesunder Lebensstil

Doch gerade Bewegung ist beim metabolischen Syndrom besonders wichtig. Die Basis der Therapie und Prävention des metabolischen Syndroms ist allgemein die Veränderung des Lebensstils. Das bedeutet gesunde und diabetesgerechte Ernährung sowie ausreichend körperliche Aktivität; optimal sind täglich 30 bis 60 Minuten moderater Sport. Dazu zählen auch schnelleres Gehen oder Treppen zu steigen statt den Aufzug zu nehmen. Empfohlen werden zudem eine kochsalz- und fettarme Ernährung und die Einschränkung des Alkoholkonsums.

 

Diese Maßnahmen senken den Blutdruck und können die Entstehung von Diabetes verzögern: So zeigten Untersuchungen, dass die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten um bis zu knapp 60 Prozent reduziert werden kann.

 

Prophylaktische Maßnahmen

Die Früherkennung des metabolischen Syndroms ist von besonderer Bedeutung, um rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten, die einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes vorbeugen können. Die beste Maßnahme, um Diabetes und das metabolische Syndrom zu vermeiden, ist ein Gegensteuern am besten bereits in der Kindheit.

Denn übergewichtige Kinder von heute sind die Diabetiker von morgen. Die Freude an körperlicher Aktivität und die Ernährungsgewohnheiten werden am stärksten durch die Familie geprägt – hier gilt es demnach, frühzeitig anzusetzen.

 

 

 

 

 

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