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Hohe Blutzuckerwerte sind schlecht fürs Gehirn

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel beeinflusst die  Gehirnfunktion negativ – so haben Diabetiker im Vergleich zu Personen ohne Diabetes ein erhöhtes Demenzrisiko. Ursache ist eine (langfristig) schlechte Blutzuckereinstellung, die die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigt, was wiederum die kognitive Leistungsfähigkeit negativ beeinflusst. Eine gute Blutzuckereinstellung ist demzufolge wichtig für die Erhaltung der geistigen Gesundheit – wobei die Prävention von Diabetes grundsätzlich die beste Strategie ist.

 

Typ-2-Diabetes als wichtiger Risikofaktor für Demenz

Bereits seit den 1990er-Jahren ist bekannt, dass Menschen mit Diabetes häufiger eine Demenz und kognitive Defizite entwickeln als stoffwechselgesunde Menschen. So haben Menschen mit Typ-2-Diabetes ein bis zu vierfach erhöhtes Risiko für die Entstehung einer sogenannten vaskulären (gefäßbedingten) Demenz aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn. Die vaskuläre  Demenz ist nach der Alzheimerdemenz die zweithäufigste Demenz-Erkrankung und vor allem bei Diabetes von Bedeutung. Auch das Risiko für eine Alzheimerdemenz ist bei Diabetikern erhöht.

 

Zusammenhang Diabetes und Demenz

Ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz bei Diabetikern sind erhöhte Blutzuckerwerte. Diese können zu einer Verringerung der grauen Hirnsubstanz in verschiedenen Gehirnregionen führen. Das kann sich auf das Gedächtnis, die Sprache und die Aufmerksamkeit auswirken. Dabei kann bereits ein mäßig erhöhter Glukosespiegel das Gehirn schädigen, wie eine Studie aus den USA zeigte.

 

Die wichtigste Maßnahme, um die Entstehung von Demenzerkrankungen bei Diabetikern zu vermeiden, ist folglich eine gut eingestellte, konsequente Diabetestherapie. Ihre sorgfältige Einhaltung muss regelmäßig kontrolliert werden, vor allem im fortgeschrittenen Alter, da höheres Alter ein weiterer Risikofaktor für Demenz ist. Je früher der Blutzucker gut und gleichmäßig eingestellt ist, umso geringer ist das Risiko, dass Diabetes-Folgeerkrankungen wie Demenz entstehen. Das gilt für Typ-1- und Typ-2-Diabetiker.

 

Konsequente Diabetestherapie schützt das Gehirn

Grundsätzlich muss der Zusammenhang von Demenz und Diabetes mehr in den Fokus rücken. Absolut entscheidend für die Erhaltung der Gehirnleistung ist es, den Diabetes individuell gut einzustellen und auf eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und  Gedächtnistraining zu achten. Durch die rechtzeitige Diagnose von Risikofaktoren und deren Behandlung kann der Beginn einer Demenz um Jahre verzögert werden. Daher wird ein Demenz-Screening für Menschen mit Diabetes ab dem 65. Lebensjahr empfohlen, um die kognitiven Fähigkeiten hinsichtlich des Diabetes-Selbstmanagements aufrechtzuerhalten, damit auch ältere  Diabetiker ihre Therapieziele selbstständig erreichen.

 

Diabetiker, die ihre Erkrankung gut im Griff haben und auf eine gesunde Lebensführung achten, sind somit weniger gefährdet, eine Demenz zu entwickeln. Zudem wirkt sich eine Diabeteserkrankung bei einigen, aber nicht bei allen Diabetikern ungünstig auf die geistige Leistungsfähigkeit aus.

 

 

 

 

 

 

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