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Vierbeinige Assistenten – Warnhunde für Diabetes

Assistenzhunde sind speziell ausgebildete Hunde, die Menschen mit einer Behinderung im Alltag unterstützen – vor allem Blindenführhunde sind den meisten ein Begriff. Zu den Assistenzhunden gehören auch die medizinischen Warnhunde, wie die Diabetiker-Warnhunde. Diese lernen während ihrer Ausbildung in speziellen Hundeschulen, gefährliche Schwankungen des Blutzuckerspiegels zu erkennen, und kommen vor allem bei Typ-1-Diabetes zum Einsatz.

 

In besten Pfoten

Diabetiker-Warnhunde werden speziell auf Verhaltensveränderungen des Diabetikers trainiert, und vor einer Über- bzw. Unterzuckerung (Hyperglykämie bzw. Hypoglykämie) zu warnen, beispielsweise durch Bellen, Stupsen, hartnäckiges Kratzen am Hosenbein, und nötige Hilfsmittel wie Traubenzucker, Notfallspritze und das Blutzucker-Messgerät zu bringen. Sind die Blutzuckerwerte sehr niedrig ist der Diabetiker nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen, muss der Diabetiker-Warnhund reagieren und Hilfe holen, indem er einen Alarmknopf betätigt. Das ist wichtig, da insbesondere Typ-1-Diabetiker eine Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung entwickeln können und dann zu spät merken, dass sie unterzuckert sind. Das kann zu Bewusstlosigkeit führen und lebensgefährlich sein kann.

 

So erkennt ein Assistenzhund Unter- und Überzuckerung

Wenn der Blutzucker sinkt, ist es absolut wichtig, schnell zu reagieren. Doch woran erkennt ein Hund diese Situation? Bei einer Unterzuckerung verändert sich die Ausdünstung des Menschen. Im Training werden die Hunde auf diesen speziellen Geruch sensibilisiert, zum Beispiel durchgetragene T-Shirts betroffener Diabetiker. Diabetes-Warnhunde werden zwar vor allem auf das Erkennen einer Unterzuckerung konditioniert, es hat sich aber gezeigt, dass die Hunde auch Episoden der Überzuckerung erkennen, und zwar umso besser, je länger sie als Assistenzhund mit einem Diabetiker zusammenleben.

 

Experten gehen deshalb davon aus, dass die Tiere weniger durch den Geruch auf den schwankenden Blutzuckerspiegel reagieren, sondern das Verhalten ihres Besitzers einschätzen lernen bzw. auf Verhaltensveränderungen achten. Besonders wichtig ist diese Fähigkeit beim Erkennen von nächtlichen Hypoglykämien, was für den Diabetiker-Warnhund bedeutet, dass er Tag und Nacht einsatzbereit sein muss.

 

Voraussetzungen

Diabetiker-Warnhunde werden 18 bis 24 Monate ausgebildet, um die Symptome zuverlässig zu erkennen. Nicht jeder Hund ist dafür geeignet. Die Tiere müssen sich durch ein ruhiges, ausgeglichenes Verhalten und Belastbarkeit auszeichnen. Auch muss „die Chemie“ zwischen Mensch und Tier stimmen. Und es muss natürlich berücksichtigt werden, dass auch ein ausgebildeter Hund die etablierten Mess- und Behandlungsmethoden nicht ersetzen kann.

 

Viele Diabetiker können sich ein Leben ohne ihren Hund jedoch nicht mehr vorstellen, denn dass ein Hund rund um die Uhr auf sie aufpasst, gibt ihnen im Alltag Sicherheit und ist gut für die Psyche – ein wesentlicher Aspekt für jede Therapie.

 

 

 

 

 

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