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Was bedeutet Typ-1-Diabetes?

Man nennt ihn auch „jugendlichen Diabetes“, da er sehr häufig bereits früh ausbricht: Typ-1-Diabetes. Fast 400.000 Deutsche leiden an und unter dieser Krankheit. Sie bedeutet einen absoluten Insulinmangel.

 

Das Problem daran: im Fall eines Mangels am Hormon Insulin kommt es zu ständig erhöhten Blutzuckerwerten. Dadurch werden die Kohlenhydrate aus der Nahrung nicht richtig verwertet, und die Freisetzung von Glukose in das Blut gerät außer Kontrolle. Der Pegel steigt und steigt, und mit der Zeit kommt es zu Schäden in den Zellen und den Gefäßen.

 

Während dieser Insulinmangel beim viel häufigeren Typ-2-Diabetes vorwiegend in Überernährung und Bewegungsarmut gründet, liegt einem Typ-1-Diabetes etwas ganz anderes zugrunde: eine Autoimmunerkrankung. Dabei werden die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch Antikörper zerstört. Dieser Akt der „Selbstzerstörung“ kann binnen weniger Monate bis zur kompletten Einstellung der Insulinproduktion führen. Wird dann kein Insulin von außen zugeführt, schießt der Blutzucker in gefährliche Höhen. Die Krankheit war bis zur Herstellung künstlichen Insulins tödlich. Als Auslöser dieses unheilvollen Prozesses vermutet man Infektionen oder Umweltgifte.

 

Erste Anzeichen

Typische frühe Symptome für den Typ-1-Diabetes (und zum Großteil auch für den Typ 2) sind die Ausscheidung ungewöhnlich großer Harnmengen, ein damit einhergehender großer Durst sowie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, häufig auch Antriebsarmut. Weitere Anzeichen, die oft auftreten, sind ein deutlicher Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Auch Sehstörungen und Hautentzündungen oder Infektionen der Harnwege sind nicht selten.

           

Klarheit darüber, ob tatsächlich ein Diabetes besteht, bringen bei solchen Verdachtsmomenten die Untersuchung auf Zuckerspuren im Urin und die Bestimmung des Blutzuckerwertes. Liegt dieser über 200 mg/dl (beim Nüchternblutzucker über 126 mg/dl), lautet die Diagnose: Diabetes.  

 

Auf (fast) nichts verzichten

Eine optimale Therapie vorausgesetzt, ist auch mit einem Typ-1-Diabetes ein aktives Leben möglich. Patienten müssen allerdings ihr Leben lang Insulin spritzen. Ständige Kontrollen des Blutzuckergehaltes – mindestens viermal täglich – kommen dazu. Natürlich müssen auch die Mahlzeiten an die Behandlung angepasst werden. Was, wann und in welchem Umfang gegessen werden darf, ist ebenso wichtig wie die Anpassung der Insulindosis an körperliche Bewegung. Sonst steht allerdings einem ganz normalen Leben nichts im Wege, auch muss der Typ-1-Diabetiker (solange seine Werte im Normbereich sind) keine spezielle Diät halten und nicht auf Zucker in Maßen verzichten.

 

 

 

 

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